Navigieren in der Aromavielfalt von Äpfeln

publiziert am 19.12.2011 auf der News-Website der Bundesverwaltung

Wädenswil, 19.12.2011 - Die Welt der Aromen ist riesig. Um sich darin zurecht zu finden, braucht es Navigationshilfen. Deshalb haben Experten der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW das erste Aromarad für Äpfel entwickelt. Es funktioniert ähnlich wie das Aromarad für Wein. Daraus abgeleitete Informationen können eingesetzt werden, um Konsumentinnen und Konsumenten zu helfen, sich für ein bestimmtes Produkt zu entscheiden. Und Fachleute nutzen solche Werkzeuge bei professionellen Degustationen.

Die Weihnachtszeit ist geprägt von vielfältigen Gerüchen - Zimt, Koriander, Anis und viele weitere Aromen verwöhnen Gaumen und Nase. Aber nicht nur Weihnachtsgebäck, sondern auch Apfelsorten können nach Anis schmecken. Bei andern Sorten wiederum herrschen fruchtige Aromen vor. Als eine Art Navigationshilfe durch die Aromavielfalt bei Apfelsorten hat die Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW das erste Aromarad für Äpfel entwickelt. Dieses Werkzeug ermöglicht es Fachspezialisten wie auch Konsumentinnen und Konsumenten, das Aroma jeder der über tausend Apfelsorten der Schweiz zu beschreiben.

Anis und Zitrus sind wichtige Apfel-Aromen

Das Aromarad für Äpfel kann auf drei Ebenen erfahren werden. Wegweisend für den ersten Sinneseindruck sind Geschmack, Textur und natürlich die Beschreibung der einzelnen Aromafamilien - fruchtig, grün, floral, würzig, laktisch (wie die Aromen in der Milch) und Aromafehler. Eine schnelle Orientierung bietet die Bebilderung im Innern des Aromarads. Die Hauptbegriffe sind weiter unterteilt, beispielsweise besteht die fruchtige Aromafamilie aus fünf Unteraromafamilien - Zitrus, Tropisch, Obst, Trockenfrüchte und Beeren. Die dritte Ebene ist das eigentliche Aroma - bei Zitrus etwa sind es Zitrone, Orange, Mandarine, Limette und Zitrusschale. «Die Begriffe sind genauso wissenschaftlich wie alltagstauglich», erklärt Christine Brugger, Leiterin Sensorik bei ACW, die sich in ihrem Fachgebiet tagtäglich mit Aromen beschäftigt.

Bessere Beschreibung der Apfelsorten im Laden

Bisher standen auf Info-Täfelchen beim Apfelsortiment eines Lebensmittelladens im besten Fall Eigenschaften wie «süss» und «knackig». Dank diesem neuen Aromarad können Produzenten und Vermarkter von Äpfeln die Frischprodukte weit treffender beschreiben. Das erleichtert Konsumentinnen und Konsumenten die Wahl - etwa wenn in der Weihnachtszeit ein Apfel mit Anis-Aroma bevorzugt wird (dazu gehören reife Golden Delicious und Rubinette).

Nationale Strategie zur Ausrottung der Masern

publiziert am 16.12.2011 auf der Website des Bundesamts für Gesundheit

Bern, 16.12.2011 - Der Bundesrat hat eine nationale Strategie zur Masernelimination verabschiedet. Damit dies gelingt, braucht es auf kantonaler und nationaler Ebene Massnahmen, um die Durchimpfungsrate zu erhöhen, Masernausbrüche zu bekämpfen und die epidemiologische Überwachung der Krankheit sicherzustellen. Europa masernfrei bis 2015: So lautet das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), europäische Region, der sich auch die Schweiz angeschlossen hat.

Die Masern können nur zum Verschwinden gebracht werden,  wenn mindestens 95% der Bevölkerung mit zwei Dosen des Masernimpfstoffs geimpft sind. Zurzeit beträgt die Durchimpfungsrate für Masern gesamtschweizerisch 76% und variiert stark von Kanton zu Kanton. Um die Masern zu eliminieren, braucht es vereinte Anstrengungen von Bund und Kantonen, der Gesundheitsfachleute, aber auch des Erziehungs- und Bildungsbereichs.  Die Handlungsfelder der vom Bundesrat genehmigten Strategie beinhalten deshalb die Information der Bevölkerung, die epidemiologische Überwachung der Krankheit und Massnahmen zur Bekämpfung von Masernausbrüchen. Zudem soll für nicht geimpfte Personen, die die Masern noch nicht durchgemacht haben, der Zugang zur Impfung verbessert werden. Es ist indes nicht vorgesehen, die Impfung für obligatorisch zu erklären.  Die Bevölkerung, insbesondere die Eltern von kleinen Kindern, sollen stattdessen von der Notwendigkeit dieser Impfung überzeugt werden.

Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) wird ein unabhängiges Expertenkomitee einsetzen, das mit der Steuerung der Strategie zur Masernelimination in der Schweiz beauftragt wird. Darin sollen der Bund, die Kantone, die Berufsverbände sowie Fachpersonen aus den Bereichen Gesundheit, Soziales und Bildung vertreten sein. Dieses Komitee wird  auch für die Begleitung einer von Bund und Kantonen gemeinsam finanzierten Kampagne zuständig sein,  die über die Nachholimpfung informiert und zu deren Durchführung ermutigen wird.

Masern sind eine hoch ansteckende Krankheit, die mit einer wirksamen und sicheren Impfung vermieden werden kann. Die Masernimpfung ist in der Schweiz seit mehr als 30 Jahren empfohlen. Sie ist ein einfaches und  sicheres Präventionsmittel. Der Mensch ist das einzige Reservoir des Masern-Virus. Eine Eliminination ist somit möglich, wenn 95% der Bevölkerung im Kleinkindesalter mit zwei Dosen geimpft werden. Damit wird die Herdenimmunität erreicht, und der Krankheitserreger kann sich nicht weiter verbreiten und verschwindet vollständig. Auf dem amerikanischen Kontinent sowie in Finnland wurden Masern bereits eliminiert. Die Schweiz ist noch weit davon entfernt. Während der Epidemie zwischen 2006 und 2009 wurden 4400 Fälle von Masernerkrankungen gemeldet, die oft eine Hospitalisierung und medizinische Komplikationen (Mittelohr- oder Lungenentzündung, selten Gehirnentzündung) zur Folge hatten. Auch dieses Jahr wurden dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) wieder mehr als 600 Masernfälle gemeldet.

Seit 1985 empfiehlt das BAG eine kombinierte Impfung (erste Dosis mit 12 Monaten, zweite Dosis zwischen 15 und 24 Monaten). Dank diesem Kombinationsimpfstoff könnten nicht nur die Masern, sondern gleichzeitig auch die Röteln eliminiert werden sowie die Zahl der Mumpsfälle drastisch gesenkt werden. Ohne Masernimpfung gäbe es in der Schweiz im Durchschnitt jedes Jahr 70 000 erkrankte Personen und 20 bis 30 Todesfälle, was geschätzte Kosten in der Höhe von 220 Millionen Franken verursachen würde (1% der Krankenkassenprämien).

Glarner Kalberwurst ist geschützt

publiziert am 01.12.2011 auf der Website des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements

Bern, 01.12.2011 - Die Einsprachefrist für die Eintragung der geschützten geographischen Angabe (GGA) von Glarner Kalberwurst ist abgelaufen. Beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) ging keine Einsprache ein. Somit kann die Bezeichnung ins GUB/GGA-Register aufgenommen werden.

Das vom Glarner-Metzgermeisterverband eingereichte Eintragungsgesuch für Glarner Kalberwurst als GGA wurde Mitte August 2011 öffentlich aufgelegt. Nach Ablauf der dreimonatigen Frist ist beim BLW keine Einsprache eingegangen, sodass Glarner Kalberwurst als GGA in das eidgenössische Register für Ursprungsbezeichnungen und geografische Angaben aufgenommen werden kann.

Die Glarner Kalberwurst ist eine Brühwurst, die aus Kalbfleisch, Schweinefleisch, Speck, Milch, Weissbrot und Gewürzen zusammengesetzt ist. Von vergleichbaren Kalbswürsten unterscheidet sich die Glarner Kalberwurst durch die Zugabe von Weissbrot und durch eine ausgeprägte Muskatnote. Die Glarner Kalberwurst verdankt sowohl ihren Namen als auch ihren Ruf dem Kanton Glarus als einziges Herstellungsgebiet und zeichnet sich durch eine lange Tradition aus. Da die Rezeptur der mit Brot angereicherten Brühwurst zum Beginn des 20. Jahrhunderts derart umstritten war, wurde an der Landsgemeinde im Jahre 1920 der genaue Wurstinhalt per Gesetz definiert.

Das Bundesregister der Ursprungsbezeichnungen und geografischen Angaben zählt heute 28 Eintragungen: 19 GUB (geschützte Ursprungsbezeichnung) und 9 GGA (geschützte geografische Angabe).

Der Handel mit Indien gedeiht prächtig

publiziert am 03.11.2011 auf der Website des Eidgenössischen Finanzdepartements

Bern, 03.11.2011 - Der bilaterale Handel mit Indien - ein Partner, mit welchem derzeit über ein Freihandelsabkommen verhandelt wird - hat in den letzten 20 Jahren eine fulminante Entwicklung erlebt. So haben sich die Exporte seit 1990 bis 2010 fast versiebenfacht. Mit einem durchschnittlichen Wachstum von 18 % zwischen Januar und September 2011 dürfte die 3 Milliarden-Franken-Grenze noch in diesem Jahr geknackt werden.