Ein Räuber, eine Wohltat

publiziert am 30.07.2012 auf der Website der Berner Zeitung

Der Räuber Hotzenplotz wird 50. Er hat ein Denkmal verdient.

Millionen von Lesern kennen ihn, und das rund um den Globus – schliesslich räubert der Hotzenplotz aktuell in 34 Sprachen, in Frankreich als Brigand Briquambroque, in Dänemark als Röveren Runkeldunk, in China als Dadao Huochenbuluci. Die Karriere des hakennasigen, stoppelbärtigen Räubers begann vor 50 Jahren: Am 1. August 1962 brachte Kinderbuchautor Otfried Preussler den ersten der drei Hotzenplotz-Bände heraus.

Dieser erzählt die Geschichte vom Räuber, welcher der Grossmutter ihre Kaffeemühle raubt und anschliessend den Kasperl und den Seppel kidnappt. Dabei wollten die Freunde nur die Kaffeemühle zurückholen. Am Ende – nach einem furiosen Final – wird alles gut: Die beiden Freunde kommen frei, die Kaffeemaschine ist auch wieder da, der Räuber wird temporär in einen Vogel verzaubert und anschliessend, nach der Rückverwandlung, von Wachtmeister Dimpfelmoser ins Spritzenhaus gesperrt.

Bleibt die Frage: Was verschafft dem Hotzenplotz seit einem halben Jahrhundert eine ungebrochene Anziehungskraft?

Gewiss gehört die Eindeutigkeit von Gut und Böse dazu: Kasperl, Seppel und die Grossmutter stehen auf der einen, der Hotzenplotz auf der anderen Seite. Es liegt im menschlichen Wesen, dass die Guten, also wir alle, ohne das Böse nicht sein können. Wir brauchen es, um uns davon abgrenzen zu können. Jede Schandtat, von der wir erfahren, bestätigt und bestärkt uns darin, dass wir anders, besser sind. Das geht umso einfacher, wenn sich das Böse klar, eindeutig und nachvollziehbar manifestiert.

In einer Zeit, wo sich die Wachtmeister Dimpfelmosers dieser Welt mit der Manipulation des Libor-Kurssatzes oder dem spekulativen Handel mit Aktienindexfutures herumschlagen, also mit Räubereien, die wir nur vage begreifen und wo uns nur mit Nachhilfe klar wird, wer die Bösen sind und was sie getan haben – in solchen Zeiten ist ein Räuber, der bewaffnet mit einer Pistole und sieben Messern eine Grossmutter überfällt und ihr die Kaffeemühle abnimmt, eine Wohltat.

Wenn dazu die Pistole nicht einmal mit einer Kugel, sondern nur mit Pfeffer geladen ist – dann hat der Räuber wirklich ein Denkmal verdient.

Aargau: Moschusbock sorgt im Kanton für Verwirrung

publiziert am 30.07.2012 auf der Website der Aargauer Zeitung

Der asiatische Laubholzbockkäfer sorgte jüngst in mehreren Kantonen für besorgniserregende Schlagzeilen. Aargau Hobbygärtner wollen dem asiatischen Laubholzbockkäfer zu Leibe rücken. Doch sie töten den Falschen.

Im Aargau bekommt der Asiat plötzlich Konkurrenz vom Moschusbock. Allein in den letzten Tagen erreichten die Abteilung Wald des Kantons Aargau vier Päckchen per A-Post. Deren Inhalt: jeweils ein toter Moschusbock. Dieser gehört jedoch zu den einheimischen Käferarten. Die Käfer wurden aus den Gemeinden Magden, Waltenschwil, Oberentfelden sowie Hendschiken zugeschickt und allesamt mit dem gefürchteten Exoten aus China verwechselt. Auch in Zofingen will jemand den Schädling aus Asien gesehen haben. Doch auch hier stellte sich bald heraus, dass es sich um eine einheimische Bockart handelt.

100 einheimischen Bockkäferarten

«Inzwischen halten Laien jedes Insekt mit langen Fühlern für den berühmt berüchtigten Laubholzbockkäfer», sagt Beat Forster von der eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Birmensdorf. Mit über 100 einheimischen Bockkäferarten ist es für Gartenbesitzer oder Parkbesucher äusserst schwierig, den Exoten aus China von den heimischen Arten zu unterscheiden. Da jedoch der eidgenössische Pflanzenschutzdienst für die asiatische Bockkäferart eine Meldepflicht eingeführt hat, kommt so mancher Gartenbesitzer in Bedrängnis: «Man zwingt die Leute auch auf eine Gratwanderung, wenn sie als Laien plötzlich all die Käfer unterscheiden sollen, weil es Pflicht ist, den Schädling zu melden», kritisiert Marcel Murri, Leiter der Sektionskoordination und Ökologie der Abteilung Wald im Kanton Aargau.

Eindringling ohne Pfupf

Zwar sei man froh um die Aufmerksamkeit in der Bevölkerung, versichert Murri. Weil der Fremdling gesunde Laubbäume befällt und sich exponentiell vermehrt, könnte er in wenigen Jahren zu einer echten Bedrohung für die Waldwirtschaft werden. «Doch sind die klimatischen Bedingungen in Nordeuropa nicht so optimal wie in China oder Italien, was den asiatischen Laubholzbockkäfer hier zulande sehr träge macht». Er vermehrt sich nur im Zweijahreszyklus. Ist er erst einmal geschlüpft, fliegt er lediglich einige Hundert Meter, um sich auf einem möglichst freistehenden und sonnenbeschienenen Baum wieder einzunisten. «Wir müssen in dem Sinne auch nicht übermorgen schon mit einer Invasion rechnen», beruhigt Murri.

Ganz anders schätzt Martin Erb von der Baumpflegefirma Tilia AG in Frick die möglichen Konsequenzen ein: Beispiele aus Österreich, Italien oder Kanada zeigen uns sehr gut, wie gefährlich der Schädling werden kann. «Die Österreicher haben gut 8 Jahre gebraucht, bis sie den Laubholzbockkäfer wieder losgeworden sind und es ist noch nicht sicher, dass er wirklich ausgerottet wurde». Besorgniserregend sei vor allem, dass er gesunde Laubbäume angreift und keine natürlichen Feinde hat.

Ähnlich argumentiert Beat Forster vom WSL: «Sogar in China, wo das Insekt ursprünglich herkommt, hat man teilweise grosse Probleme und muss Waldstücke zwangsroden.» Ganz so dramatisch schätzen die Förster die Situation für die Schweiz allerdings noch nicht ein. Bei unserem derzeitigen Klima werde sich dieser asiatische Käfer in den Wäldern kaum wohlfühlen, lautet die vorläufige Prognose.

Bittere Ironie

Der asiatische Laubholzbockkäfer kam nicht zufällig bis in die Schweiz. Die Zwangsrodungen in China führten zu Zwangsnutzungen des befallenen Holzes und so nahm das Unheil seinen Weg nach Europa. Man fertigte aus dem billigen Holz Transportpaletten an und belud sie mit chinesischem Granit. Die Fracht erreichte schliesslich per Schiff über den Rhein Birsfelden im Kanton Baselland, wo man feststellte: Im unbehandelten Holz der Paletten schiffte man auch den gefürchteten Schädling ein.

Martin Erb reagiert auf die Thematik verärgert. «Der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst hat bereits vor gut fünf Jahren auf die Problematik hingewiesen, doch die Politik hat die Warnung verschlafen». Dass man auch die zahlreichen Fallbeispiele aus anderen Ländern ernster hätte nehmen müssen, mag seine Richtigkeit haben, doch verweist Beat Forster auf ein allgemeineres Problem der Globalisierung. «Bei den riesigen Frachtmengen, die heute auf der ganzen Welt im Umlauf sind, braucht es nur ein oder zwei Prozent, die nicht sorgfältig geprüft worden sind und schon ist das Unglück passiert.» Im Fall des Chinagranits hätten die Paletten unbedingt mit Gas behandelt werden müssen, «oder man hätte das befallene Holz gar nicht als Verpackungsmaterial verwenden dürfen», insistiert Martin Erb.

Zukunft ungewiss

Angesichts der vielen Verwechslungen mit dem einheimischen Moschusbockkäfer dürfte der reisefreudige Exot aus China zunehmend auch für diesen eine Bedrohung darstellen, sollten noch mehr A-Postpäckchen aus Aargauer Gemeinden mit toten Moschusböcken beim WSL eintreffen.

Leinenzwang soll vor Kuh-Attacken schützen

publiziert am 28.07.2012 auf 20min.ch

Friedliche Kühe? Von wegen! Im Juli wurden zwei Frauen auf Alpweiden von Kühen angegriffen. Schuld daran waren aber Hunde, die sie erschreckt hatten. Ein Leinenzwang soll diese Gefahren jetzt bannen.

Wandern kann auch gefährlich sein. Nachdem im Juli zwei Frauen auf Alpweiden von Kühen angegriffen wurden, soll ein Leinenzwang die Gefahren verringern. «Ein Hund ist oft die Ursache für eine Kuh-Attacke», sagt Heinz Feldmann von der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) in der «SonntagsZeitung».

Vor allem Unwissen und Fehlverhalten führten zu Zwischenfällen. «Ich setze mich für einen Leinenzwang ein.» Freilaufende Hunde könnten einen enormen Schaden anrichten und die Tierhalter hätten keine andere Wahl als einen Leinenzwang. Einen solchen müssten Gemeinden oder der Kanton verfügen.

Hunde schrecken Herden auf

Mit dem geforderten Leinenzwang sollen auch die vorbildlichen Hundehalter geschützt werden. Bei der Attacke am Weissenstein Anfang Juli führte eine 69-Jährige einen Hund an der Leine. Trotzdem attackierte eine Kuh sie schwer. «Wir gehen davon aus, dass zuvor ein Zwischenfall, möglicherweise mit einem freilaufenden Hund, die Herde aufgeschreckt hat», sagt Feldmann.

Fremde Geige wurde aufgefunden

publiziert am 29.07.2012 auf der Website der Berner Zeitung

Am Sonntag wurde am Bahnhof Bern eine Geige abgegeben. Ob es sich dabei um die am Freitagabend in der S-Bahn Thun-Bern vergessen gegangene wertvolle Geige handelt, wird derzeit noch abgeklärt.

Am Sonntag ist die Kantonspolizei Bern darüber informiert worden, dass am Bahnhof Bern eine Geige abgegeben wurde. Derzeit wird abgeklärt, ob es sich um die seit Freitagabend vermisste, wertvolle Geige handelt, so die Medienstelle der Kantonspolizei Bern.

«Wertvolle Geige wurde in der S-Bahn vergessen»

Der Vorfall hatte sich am Freitag kurz vor Mitternacht in der S3 von Biel nach Thun ereignet. Wie die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland und die Kantonspolizei Bern mitteilten, verliess ein Mann, welcher mit der wertvollen Geige unterwegs war, mit seiner Begleitung um 23.30 Uhr den Zug in Bern. Dabei vergass er gemäss Angaben die sich in einem Geigenkasten befindende Geige in der Gepäckablage.

Als er wenige Minuten später den Verlust feststellte, informierte er umgehend das Zugpersonal in Bern. Zu diesem Zeitpunkt hatte der betreffende Zug den Bahnhof bereits in Richtung Thun verlassen. Als der Lokführer auf Grund der Meldung den Zug in Seftigen durchsuchte, war der Geigenkasten bereits weg.

Lillis neues Glück mit Lilliput

publiziert am 29.07.2012 auf Blick.ch

Das Schicksal von Lilli, dem Kälbchen mit sechs Beinen, bewegte die Schweiz. Nach seiner Operation ist es in einem Gnadenhof untergekommen – und hat sich verliebt.

Kaum ist die Leine gelöst, springt Lilli los. Von links nach rechts hopst das Jungrind über die Weide, springt hoch, schlägt mit den Hinterläufen aus. Fröhlich lässt es ein lautes ­«Muuuh» über den Hof schallen. Nichts deutet auf die bewegten Monate hin, die das Tier hinter sich hat.

Im Februar kam Lilli im bernischen Weissenburg zur Welt. Bei ihrer Geburt staunte nicht nur der Bauer: Die Kleine hatte sechs Beine, ein Paar baumelte vom Rücken herunter. Sofort wurde das Sim­mentaler Kälbchen zur Berühmtheit, die Schweizer schlossen es ins Herz. Tierschützerin Edith Zellweger (57) kaufte Lilli dem Bauern ab, sorgte dafür, dass die Missbildungen am Unispital Bern wegoperiert wurden. «Danach habe ich ­einen Platz für sie gesucht und wurde in Österreich fündig. Ich bin sicher, sie hat es toll auf dem Gut Aiderbichl», sagt Zellweger.

Lilli hat sich inzwischen ausgetobt. Jetzt hält sie gebannt Ausschau nach Liliput (4), dem kleinwüchsigen Stier. «Er ist der erste Mann in Lillis Leben. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen, denn er gibt ihr Sicherheit», erklärt Michael Aufhauser. Der Österreicher hat Gut Aiderbichl vor 20 Jahren aufgebaut. Damals hatte der Produkteentwickler gemerkt, dass ihn Geld allein nicht glücklich macht. Er hängte seinen Job an den Nagel und gründete Gut Aiderbichl. Heute beherbergt der Gnadenhof östlich von Salzburg 4000 Tiere. Er lebt von Spenden.

Alle Tiere haben etwas gemeinsam. «Sie wurden von Menschen ausgemustert und hätten keine Zukunft mehr gehabt», sagt Aufhauser. Dazu gehören neben Kalb Lilli auch die ehemaligen Jahrmarktpferde Toni und Zenzi sowie Strassenhund Aik, der in der Türkei als Fussball missbraucht wurde (siehe oben).

Stolz betritt nun auf kurzen Beinen Stier Liliput die Weide. Unter den Augen von Dutzenden von Besuchern grasen er und Lilli friedlich nebeneinander. «Sie hat sich in ihrer ersten Woche gut eingelebt und fühlt sich wohl. Das Publikum stört sie nicht», sagt Aufhauser. «Lilli ist eine typische Schweizer Dame: ruhig und würdevoll. Und Liliput ist ihr österreichischer Kraftprotz.»

Das Paar ist ein Publikumsmagnet. «Wahrscheinlich hätten wir noch mehr Besucher, hätten wir Lilli die sechs Beine gelassen», sagt Aufhauser. Aber darum geht es nicht. Sie soll bei uns einfach ein glückliches Leben führen.» Nach ­einer Stunde ist das Dinner von Lilli und Liliput vorbei. Ihre Lieblingsspeisen: Kraftfutter, Apfelstücke, Gras. Sehnsüchtig schaut Lilli ihrem neu gewonnenen Freund nach: «Zu lange dürfen sie nicht zusammen sein. Sie ist noch zu jung, er soll sie noch nicht decken.»

Dafür darf nun Kälbchen Pippilotta, Lillis beste Freundin, auf die Weide. Aufhauser: «Eine Schweizer Schulklasse hat sich für sie eingesetzt und dafür gesorgt, dass sie nicht geschlachtet wird.»

Bald sind die Tiere müde vom Herumtollen und legen sich an ­einem schattigen Plätzchen nieder. Aufhauser schaut glückselig zu: «Sie sind völlig verschieden und verstehen sich doch so gut. Wir Menschen können noch so viel von den Tieren lernen.

Weck das Känguru in dir

publiziert am 28.07.2012 auf der Website der Berner Zeitung

Mit den Kindern in einem Gstältli umgeschnallt, einem Känguru und ihrem Jungen gleich, bringen sich Mütter nach der Geburt wieder in Form. Dies ist das Kanga-Training. Bald wird es auch in Bern angeboten. 

«Spürt das Standbein. Jetzt ausbalancieren. Genau so», sagt Trainerin Irène von Atzigen. Gemeinsam mit rund zehn weiteren Frauen und deren Babys steht sie in einem Fitnessraum im Daytona Gym in Thun. Im Hintergrund ertönt Musik von 77 Bombay Street, «Up in the Sky». Die Mütter sind gerade dabei, ihre Bizepse und Trizepse zu stärken. Dies, indem sie ihr Baby hochstemmen und von einer Seite zur anderen heben, als wäre es eine lebendige Hantel.

Was auf den ersten Blick befremdend wirkt, ist ein Ausdauertraining für die Mutter und ein Schlafmittel für das Kind. Denn kurz nachdem die Kanga-Mamis angefangen haben, sich rhythmisch zu bewegen, schlummern ihre Kleinkinder friedlich im Gstältli.

Irène von Atzigen ist Fitnesstrainerin. «Ich wollte auch schon etwas in der Art von Kanga entwickeln, als ich selber Kinder bekam. Doch irgendwie wollte es nicht klappen, mir fehlte wohl auch etwas der Mut», erinnert sich die dreifache Mutter. Während eines Urlaubs in Österreich las sie einen Artikel über Nicole Pascher und ihre Erfindung. Seit einem Jahr nun bietet von Atzigen auch Kanga-Kurse an – und ist begeistert: «Das Beste daran ist, dass das Kind immer dabei ist.» Kollegin Mascha Marek, die in Köniz Kanga-Kurse anbietet, pflichtet bei: «Es ist optimal, wieder in Form zu kommen nach der Geburt. Und es muss nicht immer ein Babysitter gesucht werden.» Nachdem ein Gynäkologe der Mutter grünes Licht dazu gegeben hat, wieder Sport zu machen – in der Regel sechs bis acht Wochen nach der Geburt –, kann losgelegt werden. Ein Gstältli ist für Kinder bis zu 20 Kilogramm konzipiert. Dies hängt jedoch noch mit der Kraft und der Kondition des Kanga-Mami zusammen.

Intensives Training


Das Training beginnt mit Einwärmübungen und einem kurzen Theorieteil – meist geht das in einem. Es folgen Kräftigungsübungen für Rücken- und Beckenbereich und eine Kraft-Ausdauer-Kombination. «Den Müttern soll immer bewusst sein, dass ihr Baby im Zentrum steht», erklärt von Atzigen.

So komme es hie und da vor, dass eine Mutter eine Stillpause einlegt oder kurz mit dem Baby nach draussen geht. Dies jedoch eher selten: «Meist sind die Kleinen ganz ruhig und entspannt – oder beobachten interessiert das Geschehen.» Mittlerweile ertönt «Rolling in the Deep» von Adele aus den Boxen – die Mütter marschieren, ihr Baby in einer Traghilfe auf dem Rücken oder am Bauch angeschnallt. Wichtig beim Training ist, keine ruckartigen Bewegungen zu machen. Sonst würde das Baby durchgeschüttelt. Nach der schweisstreibenden Einheit bleibt Zeit, sich gegenseitig auszutauschen und Tipps und Tricks weiterzugeben. «Es wäre schön, wenn Kanga eines Tages so bekannt ist wie Babyschwimmen. Denn das Training ist wirklich eine gute Sache für Mutter und Kind», sagt von Atzigen, und die anwesenden Mütter nicken. Zurzeit gibt es in der Schweiz nur drei ausgebildete Kanga-Trainerinnen. Im Herbst wird eine vierte dazustossen.

Stülpen für Gross und Klein

Als Ausrüstung benötigen die Kanga-Mamas lediglich bequeme Kleidung und eine Traghilfe. Die Stülpen, die den Kleinen über die Beine gestreift werden, halten sie warm. «Die Mutter muss diese Stülpen nicht zwingend tragen. Sie geben warm, sind aber eher ein Gag», sagt Marek schmunzelnd und winkt ihrer Tochter Yael mit rosa bestülpten Armen zu.

Der Name Kanga stammt übrigens, kindergerecht, von Winnie Poohs Känguru-Mama. Genau so wie das Känguru-Baby soll sich das Menschenbaby in einem Beutel bei seiner Mutter am wohlsten fühlen. Wie der Augenschein vor Ort zeigte: Es scheint zu stimmen.

Bei Bieber ist es «wie im Libanon»

publiziert am 28.07.2012 auf 20min.ch

Einen Promi als Nachbarn zu haben ist kein Zuckerschlecken. Vor allem, wenn der Nachbar Justin Bieber heisst. Dies musste Schauspielerin Kristen Bell erfahren.Einen Promi als Nachbarn zu haben ist kein Zuckerschlecken. Vor allem, wenn der Nachbar Justin Bieber heisst. Dies musste Schauspielerin Kristen Bell erfahren.

Seit der Teenie-Star Justin Bieber nebenan einzog, fühlen sich Schauspielerin Kristen Bell («Forgetting Sarah Marshall») und ihr Verlobter Dax Shepard («Idiocracy») nach eigenen Angaben «wie im Libanon». Während die beiden für ihren gemeinsamen neuen Film «Hit and Run» die Werbetrommel rührten, sprachen sie in der TV-Show «The View» erstmals darüber, dass der Popstar zurzeit das Haus direkt hinter ihrem gemietet habe. 

Seit der Mädchenschwarm im Haus nebenan eingezogen ist, hat das Schauspielerpaar an erhöhtem Geräuschpegel zu leiden. «[Ursprünglich war ich im] Bieber-Fieber», seufzte Shepard in der Talkshow, «aber mit der Musik und den Partys und den Paparazzi ist es, als würden wir jetzt im Libanon leben.» Bell dazu: «Nun, zu Justins Verteidigung muss ich sagen, dass wir nicht ganz sicher sind, aus welchem Haus die Musik kommt. Wir wissen nur, dass die Musik plärrt, seit er eingezogen ist.»

«Käferzone» vorerst sauber

publiziert am 27.07.2012 auf NZZ.ch

Der Laubholzbockkäfer scheint in Winterthur vorerst besiegt zu sein. Nun soll verhindert werden, dass versteckte Eier zu einer neuen Käferplage führen. 

Gut eine Woche nach Entdeckung des Asiatischen Laubholzbockkäfers in Winterthur Neuhegi ist die 1 Quadratkilometer grosse Zone um den Befallsherd bereinigt. Laut Mitteilung vom Freitag ist das Gebiet um die befallene ehemalige Baumallee aller Wahrscheinlichkeit nach käferfrei; insgesamt wurden 140 Exemplare gefunden. Zahlreiche Bäume und Büsche mussten notfallmässig geschlagen und vernichtet werden. Der Kampf gegen den Schädling ist damit allerdings noch nicht abgeschlossen. Fachleute gehen davon aus, dass die ausgeflogenen Weibchen bereits wieder Eier in Bäumen und grösseren Gehölzen abgelegt haben.

In einer ersten Phase haben Suchhunde alle Bäume in der sogenannten Fokus-Zone abgeschnüffelt. Ab kommendem Montag erklettern speziell ausgebildete Baumpfleger die verbliebenen Bäume im Perimeter und suchen deren höher gelegene Partien nach Löchern ab, die auf eine Eiablage hindeuten. Zudem untersuchen nun Hundetrupps im Zweimonatsrhythmus das gesamte Gelände ab. Die Tiere steigern ihre Trefferquote, sobald die Larven schlüpfen und mit ihrem zerstörerischen Frass im Baum beginnen.

Irgendwo im Raum Winterthur könnte noch ein Problem schlummern: Über eine allfällige weitere Verwendung des Verpackungsholzes, in dem die Laubholzbockkäfer vermutlich eingeschleppt wurden, ist nichts bekannt. In dessen Überresten könnten Eier oder Larven sein. Der Laubholzbockkäfer kann leicht mit einheimischen Käferarten verwechselt werden. Erkennbar ist er an den weissen Punkten auf den glänzend schwarzen Flügeln, den bläulichen Beinen und den weissen bis bläulichen Zwischengliedern der Fühler. Das Insekt befällt alle Laubbäume, ist aber für Menschen ungefährlich.

Schwergewichte im Bundeshaus: 40 Prozent der Parlamentarier sind zu fett

publiziert am 27.07.2012 auf Blick.ch

Fettalarm in Bundesbern: Fast die Hälfte der National- und Ständeräte ist zu schwer. Gründe: Rumsitzen, Essen, Trinken. 

Eine Erklärung für die überflüssigen Pfunde in Bundesbern ist schnell gefunden: National- und Ständeräte sitzen viel rum, werden oft zu Apéros eingeladen und gehen am Abend gerne noch etwas trinken.

Gerade letzteres habe einen sehr starken Einfluss auf das Gewicht, sagt Präventivmediziner und FDP-Ständerat Felix Gutzwiller zu Blick.ch. Hinzu komme eine hohe Arbeitsbelastung durch Ratsmandat und Beruf. Da bleibe vielen kaum Zeit, genügend Sport zu treiben.

Eine in der Sommersession an 66 Parlamentariern durchgeführte Untersuchung zeigt: 40 Prozent der untersuchten Politiker weisen einen BMI (Body-Mass-Index)-Wert von mehr als 25 auf.

Das überrascht überrascht FDP-Politiker Gutzwiller nicht. Die Resultate seien zwar nur schwer mit früheren Messungen vergleichbar, doch vom Bauchgefühl sagt der Zürcher: «Das Parlament war schon immer etwas schwerer als die Bevölkerung.»
Kaum schlanke Taillen im Bundeshaus

Der BMI als Masseinheit, der das Gewicht im Verhältnis zur Körpergrösse widerspiegelt, ist zwar einfach zu verstehen, wird aber in Fachkreisen seit einiger Zeit kritisiert. Deshalb wurde bei der Gesundheitsaktion auch das Taille-Hüft-Verhältnis ermittelt.

Eine Parlamentarierin beklagte sich schon kurz nach dem Check darüber, dass sie offenbar nicht im «günstigen» Bereich liege. Und sie ist nicht die einzige: Nur gerade ein Sechstel der Untersuchten hatte ein problemloses Verhältnis zwischen Taille und Hüfte, das heisst eine schmale Taille im Vergleich zur Hüfte.

Grund für ungünstige Verhältnisse ist oft ein kleiner Bierbauch. Ein solcher schlage hier schnell einmal zu Buche,  lacht Gutzwiller. «Und dieses vorgelagerte, zentrale Fett kann gefährlicher sein als leichtes Übergewicht.»

Denn es sei nicht so relevant, wie viel Übergewicht jemand auf den Rippen trägt. Viel wichtiger ist, wo die überflüssigen Pfunde liegen: Denn der «Apfel-Typ» mit mehr Fett am Bauch weist ein höheres Herzkreislaufrisiko auf, als der «Birnen-Typ» mit mehr Hüftspeck.
Gutzwiller verlangt «vernünftigen Suchtmittelgenuss»

Neben den überflüssigen Kilos waren auch die Blutdruckwerte besorgniserregend. Keine Probleme haben die Politiker hingegen mit ihren Cholesterin- und Blutzuckerwerten.

Unterschiede bezüglich der Fitness zwischen linken und rechten Politikern wurden in der Untersuchung keine ausgemacht. Auffallend: Die Männer schnitten deutlich besser ab als ihre Ratskolleginnen.

Gutzwiller glaubt, das liege an der Selektion: «Frauen hören besser auf sich und lassen sich gerne untersuchen, während bei den Männern wohl eher die Gesunden zum Gesundheitscheck gingen.»

Die Studie müsse nun von den Parlamentariern selbst und auch von der Bevölkerung als Signal angesehen werden. Mehr Bewegung und ein «vernünftiger Suchtmittelgenuss» fordert Gutzwiller deshalb von seinen Polit-Kollegen und allen Menschen in der Schweiz.

Die Politiker-Werte wurden mit denjenigen von Berner Passanten verglichen. Das Resultat ist für die Politiker wenig schmeichelhaft.

Neue Aprikosen-Sorten: grosse Vielfalt an Farben und Geschmacksrichtungen

publiziert am 26.7.2012 auf der News-Website der Schweizer Bundesverwaltung

Conthey, 26.07.2012 - Am 3. August führt Agroscope zusammen mit dem Amt für Obst- und Gemüsebau vom Kanton Wallis Fachvorträge an der «Fête de l‘Abricot» durch (3.-5. August in Saxon VS). Neben anderen Aktualitäten werden die Aprikosen-Sorten zentrales Thema sein. So kann das Publikum die meisten der 150 im In- und Ausland gezüchteten Sorten, die Agroscope gegenwärtig testet, kennenlernen und degustieren.

Die Aprikose hat jetzt Hochsaison. Vor zwanzig Jahren gab es hierzulande nur die Sorte Luizet, die gerade mal drei Wochen auf dem Markt war. Heute sind es schon rund zwanzig Sorten, die von Anfang Juli bis etwa 20. August erhältlich sind. Die Verteilung der Reifezeiten ermöglicht ein konstantes Angebot und vereinfacht die Ernteplanung für die Produzenten.

Die Sortenvielfalt nimmt ständig zu. So wertet Agroscope im Forschungszentrum Conthey gegenwärtig 150 neue Sorten aus. Dabei wird geprüft, ob sie für unsere Klima- und Bodenverhältnisse geeignet sind. Ausserdem werden für die Produzenten, die eine neue Aprikosen-Sorte anpflanzen wollen, objektive Auswahlkriterien entwickelt. Mit diesen neuen Sorten wird die Ernteperiode zusätzlich erweitert: Die ersten sind bereits Mitte Juni, die letzten Ende September reif.

Der Handel begrüsst diese Erweiterung des Sortiments. So sind die meisten dieser Sortenneuheiten in der Handhabung und beim Transport viel robuster als die Sorte Luizet. Die grosse Sortenzahl hat zu einer grossen Vielfalt geführt. Oft sind die Früchte bunter und reichen im Geschmack von säuerlich bis süss. Dies entspricht den Konsumentenerwartungen.

Die Wünsche der Konsumenten und die Qualität der Aprikosen sind auch Thema eines einmaligen Projekts, an dem sich die ganze Branche beteiligt: Forschung, kantonale Beratungsstellen und Branchenorganisationen zusammen mit Produzenten, Grossisten und Grossverteilern.

Diese Neuheiten werden präsentiert am 3. August ab 15 Uhr an Fachvorträgen im Rahmen der «Fête de l‘Abricot»  in Saxon VS (www.fetedelabricot.ch). Diesen Event führt Agroscope zusammen mit dem Amt für Obst- und Gemüsebau des Kantons Wallis durch.

Schmallenbergvirus auch in der Schweiz

publiziert am 20.07.2012 auf der Website des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements

Bern, 20.07.2012 - Bei Kühen auf zwei Betrieben im Kanton Bern, welche fieberhaften Durchfall aufwiesen, wurde das Schmallenbergvirus nachgewiesen. Das bedeutet, dass das Virus auch in der Schweiz vorhanden ist und im nächsten Winter/Frühjahr vermehrt Missgeburten oder Aborte bei Rindern, Schafen und Ziegen auftreten könnten.

Das in Norddeutschland entdeckte Schmallenbergvirus sorgt seit dem Sommer 2011 in ganz Europa für Unruhe. Etliche Länder sind betroffen und die Fälle ziehen sich wie ein breites Band von Südwesten nach Nordosten über den Kontinent. Die Schweiz liegt unmittelbar südlich davon und  es konnte davon ausgegangen werden, dass die Fälle sich nach Süden und Osten ausweiten werden, also auch in die Schweiz.

Das Bundesamt für Veterinärwesen rief bereits im Februar 2012 die Tierhaltenden dazu auf, Aborte und Missbildungen zu melden. Da das Schmallenbergvirus über den Stich von Mücken (Gnitzen) auf Kühe, Schafe und Ziegen übertragen werden kann, wurden die Tierhaltenden kürzlich dazu aufgerufen, während der Mückensaison auf Krankheitszeichen wie Durchfall, Fieber, Appetitlosigkeit und Milchleistungsrückgang gleichzeitig bei mehreren Kühen im Bestand besonders zu achten und auffällige Bestände mit dem Tierarzt abzuklären.

Bis zum 8. Juli 2012 sind beim Institut für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe (IVI) Einsendungen von insgesamt 62 Betrieben aus 18 verschiedenen Kantonen eingegangen. Es wurden 65 Tiere diagnostisch abgeklärt: 28 Rinder, 23 Schafe und 14 Ziegen. Jetzt wurde erstmals bei Kühen von zwei Rindviehbetrieben im Kanton Bern das Virus nachgewiesen. Die Tiere wurden gemeldet, weil sie an Durchfall und Fieber erkrankt waren.

Schäden werden erst bei Geburten sichtbar

Ob das Schmallenbergvirus in einem Tierbestand aktiv ist oder nicht, ist nur durch den Nachweis von Viren oder Antikörpern im Blut nachweisbar. Die Symptome bei erwachsenen Rindern sind nicht immer deutlich - häufig können sie übersehen werden. Bei ausgewachsenen Kleinwiederkäuern verläuft die Infektion weitgehend ohne Symptome. Erst wenn Tiere Aborte erleiden oder missgebildete Tiere zur Welt bringen, wird die Infektion nachträglich äusserlich erkennbar.

Es ist fast unmöglich, das Vieh vor einer Infektion zu schützen, denn die virenübertragenden Gnitzen lassen sich im Freiland nicht bekämpfen. Eine Impfung gibt es zurzeit nicht. Ausgewachsene Tiere werden nach einer Infektion immun - und Missbildungen bei den Neugeborenen treten nur auf, wenn die Tiere im ersten Drittel einer Trächtigkeit erstmals infiziert werden. Die Missbildungen können nicht verhindert werden und die missgebildeten Neugeborenen sind oft nicht lebensfähig.

Der Schweizerische Veterinärdienst wird die Lage weiterhin beobachten, um das Ausmass der Verbreitung und der wirtschaftlichen Schäden der im Winterhalbjahr zu erwartenden Miss- und Totgeburten frühzeitig abschätzen zu können. Bekämpfungsmassnahmen sind keine geplant. Das Schmallenbergvirus ist für den Menschen ungefährlich.

Tipps für Autoferien mit Kindern: So quengelts nicht vom Rücksitz

publiziert am 10.07.2012 auf Blick.ch

Nach 27 Minuten wirds Kindern beim Autofahren langweilig. Die Expertin sagt, wie man verhindert, dass die Ferienreise zum Horrortrip wird.

Fünf Stunden dauert die durchschnittliche Autofahrt in die Familienferien. Dies zeigt eine neue Umfrage des Naviherstellers TomTom bei über 4000 Müttern. Das Problem: schon nach durchschnittlich 27 Minuten wird es 2- bis 8-jährigen Kindern langweilig. Kein Wunder sagen 41 % der Mütter, dass die eigenen Kinder auf dem Rücksitz stressiger sind als ihre Arbeit. Und sich vor lauter Anspannung 36 % der Eltern auf den Reisen streiten.

Ist die Autoreise in den Süden mit Kindern also grundsätzlich eine schlechte Idee? «Nicht unbedingt», sagt Daniela Melone, Leiterin Beratung des Eltern Clubs Schweiz von Pro Juventute. So biete das Auto viel Privatsphäre, während man sich in öffentlichen Verkehrsmitteln besser auf die Kinder einlassen könne.

Die Autofahrt kann aber auch zum Erlebnis werden. «Eltern können Quengeleien durch Beschäftigung, Ablenkung und Miteinbezug vorbeugen», sagt die Expertin. Etwa, indem der Nachwuchs schon bei der Reiseplanung einbezogen wird. Wichtig ist auch, genügend Pausen einzuplanen, damit sich die Kinder bewegen und austoben können.

«Aber Kinder brauchen keine permanente Unterhaltung und Ablenkung», gibt Daniela Melone zu bedenken. Das sei generell eine wichtige Botschaft bei vielen Beratungsgesprächen mit Eltern. «Kinder sollen auch mal einfach ihren Gedanken nachhängen dürfen. Langeweile zu geniessen ist eine Qualität.»

Reisen auf einer spannenden Route bieten an sich schon viel Anregung. «Und Autofahrten sind auch gute Gelegenheiten, um mit der ganzen Familie zu spielen.» Wortspiele etwa wie «Gegenteile suchen», Reimen, ABC-Wortsuchereien (Gemüse mit A, Gemüse mit B…) oder Wortschlangen (Regenschirm, Schirmständer, Ständerlampe…).

Sogar auf philosophische Diskussionen mit der ganzen Familie lassen sich Kinder gerne ein: Was würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen? Was für ein Tier möchtest du sein? Wann warst du das letzte Mal traurig? «So verbringt man als Eltern wertvolle Zeit mit den Kindern und erfährt viel über ihre Gefühls- und Gedankenwelt», weiss die Expertin.

Von DVD-Entertainment oder portablen Spielkonsolen rät Daniela Melone nicht generell ab. "Aber durch dauernden Medienkonsum entgehen den Kindern wertvolle Reiseerfahrungen.

Honda CBR 1000 RA Fireblade: Ein fast perfektes Gedicht an Laufkultur

publiziert am 10.07.2012 auf Blick.ch

Die Honda Fireblade feiert ihren 20. Geburtstag. Der ideale Zeitpunkt, das Flaggschiff mit gezieltem Feinschliff neu aufzulegen. Dabei ging allerdings ein kleines Detail vergessen…

Seit der Lancierung der ersten Fireblade 1992 strebte Honda für ihr Flaggschiff stets die total perfekte Balance zwischen Leistung und deren Kontrollierbarkeit an. Im Ingenieursteam um Projektleiter Hirofumi Fukunaga ist man sich zudem sicher, dass die 178 PS des Vorgängermodells von 2010 auch für die Neuauflage ausreichen. Deshalb wurde beim Reihen-Vierzylinder mit 999,8 ccm auf leistungssteigernde Massnahmen verzichtet. Optimierende Eingriffe gabs dafür bei der Einspritzung. Ein sanfteres Ansprechverhalten bei geringer Drosselklappenöffnung und damit bei langsameren Tempi stand ebenso im Pflichtenheft wie eine noch linearere Leistungsentfaltung. Sicherlich sinnvoll, denn die Honda ist ein Gedicht an Laufkultur und verzichtet beinahe gänzlich auf Vibrationen. Auch das Getriebe überzeugt, es ist leichtgängig, präzis und bietet tolles Feedback.

Beim Fahrwerk kommt neu die Big-Piston-USD-Gabel von Showa zum Einsatz. Diese ist gegenüber einer klassischen Kartuschengabel leichter und auch die Oberfläche des Dämpferkolbens ist grösser. Zusammen mit dem reduzierten hydraulischen Druck führt dies zu einem feineren Ansprechverhalten. Das Federbein – ebenfalls von Showa – verfügt über ein neuartiges Doppelrohr-Design, welches das Dämpfergehäuse und einen Innenzylinder kombiniert. Der Stossdämpferkolben ist hier ohne Ventile ausgeführt; die Dämpfkraft entsteht, indem das verdrängte Öl durch eine separate Dämpfungskomponente verschoben wird. Unterm Strich führt dies zu einer lineareren Dämpfung sowie zu sanfterem Übergang von Zug- zu Druckstufendämpfung und umgekehrt. Praktisch: Die Dämpfer-Einstellschrauben sind problemlos erreichbar.

Schon nach wenigen Kurven auf der Honda fühlt man sich unweigerlich an die kleinere 600er erinnert. Die Fireblade ist extrem handlich, liegt dennoch ausreichend stabil im Eck, und die Linie lässt sich bei Bedarf jederzeit mühelos korrigieren. Das quirlige Handling hat aber auch Schattenseiten: die kompakte Honda reagiert sensibel auf Asphaltunebenheiten – wenngleich auf unproblematischem Niveau. Positiv: Beim Bremsen gibt sie sich äussert kursstabil.

Zu den weiteren, gelungenen Innovationen der neuen Fireblade zählen zudem auch leichtere und steifere Räder, der volldigitale Multifunktionstacho und das aggressivere Design. Die Front mit überarbeiteten Lufteinlässen ist spitzer gezeichnet, und der beinahe vertikale Spalt in den jetzt zweiwandig konzipierten Seitenschalen wurde dynamischer integriert.

Nicht verstehen können wir, dass Honda – nicht zuletzt im Wissen um das oft im Zusammenhang mit der Fireblade zitierten Mottos «Total Control» - davon absah, die Blade mit einer Traktionskontrolle auszurüsten. Denn das Know-how wäre längst vorhanden. Fukunaga mit einem wenig stichhaltigen Erklärungsversuch: «Das Bike soll genau das machen, was Piloten wollen. Und nichts anderes. Entsprechend erachten wir es – zumindest vorerst – nicht nötig, die Fireblade mit einer Traktionskontrolle zu bestücken». Zu kaufen ist die Honda Fireblade mit serienmässigem C-ABS übrigens ab 18'990 Franken.

Verbot des Inverkehrbringens von schlegelartigen Schneidwerkzeugen

publiziert am 10.07.2012 auf der Website des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements

Bern, 10.07.2012 - Die Allgemeinverfügung des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO, welche am 24. April 2012 im Bundesblatt (BBl 2012 4624-4625) publiziert wurde, verbietet das Inverkehrbringen (Verkauf, Vermietung usw.) von aus mehreren miteinander verbundenen Metallteilen bestehenden schlegelartigen Schneidwerkzeugen für tragbare handgeführte Freischneider/Motorsensen in der Schweiz. Die Allgemeinverfügung ist am 24. Mai 2012 in Rechtskraft erwachsen.

Das Ziel der Allgemeinverfügung ist es, dass die Sicherheit von Produkten auf dem Schweizer Markt sichergestellt wird. Gemäss dem Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweiz und der EU über die gegenseitige Anerkennung von Konformitätsbewertungen (MRA CH-EU, SR 0.946.526.81) ist die Schweiz verpflichtet, Beschlüsse der EU im Rahmen der Maschinenrichtlinie zu übernehmen, damit die Voraussetzungen für den freien Warenverkehr in diesem Bereich zwischen der Schweiz und der EU gegeben sind. Dieser Verpflichtung ist die Schweiz mit der vorliegenden Allgemeinverfügung nachgekommen.

Eidgenössische Alkoholverwaltung überträgt Brennapparatesammlung dem Kanton Jura

publiziert am 10.07.2012 auf der Website des Eidgenössischen Finanzdepartements

Bern, 10.07.2012 - Der Kanton Jura und die Eidgenössische Alkoholverwaltung (EAV) haben heute im EAV-Profitcenter Alcosuisse in Delsberg eine Vereinbarung zur Erschliessung der Brennapparatesammlung unterzeichnet. Die Vereinbarung ist die erste Etappe auf dem Weg zu einem Schweizerischen Brennereimuseum im Jura.

Die derzeitige jurassische Regierungspräsidentin und Vorsteherin der Direktion Bildung, Kultur und Sport Elisabeth Baume-Schneider und der Direktor der Eidgenössischen Alkoholverwaltung Alexandre Schmidt haben eine Vereinbarung zur Erschliessung der bisher von der EAV gesammelten und aufbewahrten Brennapparate im Profitcenter Alcosuisse in Delsberg unterzeichnet.

Die Vereinbarung sieht vor, dass die Sammlung im Besitz des Bundes bleibt und er sie dem Kanton Jura unbefristet als Leihgabe überlässt. Der Kanton Jura seinerseits verpflichtet sich, ab 2014 die Sammlung zu erschliessen, d.h. einen erheblichen Teil der 166 Brennapparate auszustellen, und die nationale Ausstrahlung der Sammlung zu fördern, indem anderen Museen in der Schweiz oder im Ausland einzelne Objekte für temporäre Ausstellungen zur Verfügung gestellt werden. Die Sammlung wird von der Stiftung «Fondation Rurale Interjurassienne» und dem kantonalen Amt für Kultur betreut. Die Übertragung der Brennapparatesammlung an den Kanton Jura erfolgt im Kontext der 125-Jahr-Feier zum Bestehen der EAV sowie der bevorstehenden Privatisierung ihres Profitcenters Alcosuisse.

Herkunft der Brennapparate

Im Jahr 1930 erhielt die EAV durch den Verfassungsartikel 32bis den Auftrag, die Zahl der Brenn­ereien durch den Aufkauf von Brennanlagen zu reduzieren. Artikel 25 und 26 des Alkohol­gesetzes vom 21. Juni 1932 legten die Modalitäten dafür fest. Auf die Volksgesundheit bedacht, wollte der Bund damit eine andere Obstverwertung als die Destillation fördern. Bis die Vorgabe 1996 im Rahmen von Sparmassnahmen aufgehoben wurde, hatte die EAV rund 30 000 Brennanlagen zur Vernichtung aufgekauft. Der Preis variierte je nach Kategorie der Produzenten, Grösse und Leistung der Apparate. Er lag im Durchschnitt zwischen 400 und 700 Franken. Heute sind in der Schweiz noch 2904 Brennapparate in Betrieb.

Die aufgekauften Apparate kamen in die EAV-Betriebsstätten – in der Deutschschweiz und im Tessin nach Romanshorn, in der Westschweiz nach Delsberg. Dank persönlicher Initiative von dortigen Angestellten entgingen einige charakteristische Stücke der Vernichtung. Sie bilden das Herz der Sammlung, die nun dem Kanton Jura übertragen wird. Dazu kommen einige im Rahmen von Strafverfahren sichergestellte Einrichtungen. Zusammen stellen sie die grösste und vollständigste Brennapparatesammlung der Schweiz dar.

Die in Delsberg begründete Sammlung besteht vor allem aus Brennapparaten, die West­schweizer Landwirten abgekauft worden waren. Einzelne Einrichtungen stammen auch aus der Deutsch­schweiz und aus dem Tessin. Einige Anlagen gehörten Lohn- oder Gewerbebrennern. Da sie vernichtet werden sollten, sind ihre letzten Besitzer nur schwer zu ermitteln. Hergestellt wurden die Apparate zu Beginn des letzten Jahrhunderts.

Schweizerisches Brennereimuseum als Vision

Ab 1987 erlaubte die EAV auf Wunsch der Stadt Delsberg Gruppen auf Anfrage, die bis dahin verborgene Sammlung zu besichtigen. Solche Besichtigungen lassen sich aber nur schwer mit dem Betrieb eines grossen Alkohollagers mit seinen zahlreichen Sicherheits­anforderungen vereinbaren. Der Kanton Jura hat immer wieder sein Interesse an der Übernahme der Sammlung bekundet.

Im August 2011 lud die Regierung der Republik und des Kantons Jura ein Dutzend Institutionen, Einrichtungen und Unternehmen ein, ihr Interesse an der Brennapparatesammlung der EAV mit der Einreichung eines Erschliessungsprojekts zu bekunden. Gemeinsam mit der «Association Fruits du Jura» reichte Herr Alain Perret ein Erschliessungsprojekt für einen Teil dieser Sammlung ein; es sieht vor, die Sammlung auf seinem Grundstück in einem noch zu erstellenden Gebäude mit der (provisorischen) Bezeichnung «Maison des vergers, de la damassine et du terroir» unterzubringen. Die jurassische Regierung hat dieses Projekt ausgewählt da sie es als die beste Möglichkeit zur Erschliessung der Brennapparatesammlung erachtet. Sie geht im Weiteren von einer Vernetzung und Zusammenarbeit mit weiteren Partnern aus, welche ein Interesse an der Ausstellung einiger Brennapparate zeigen.

Die laufende Totalrevision des Alkoholgesetzes wird zur Privatisierung des Profitcenters Alcosuisse und zur Integration der EAV in die Eidgenössische Zollverwaltung führen. Die heute unterzeichnete Vereinbarung bietet demnach erfreuliche Perspektiven, um dieses historische Erbe zu erschliessen und dessen Fortbestand zu garantieren.