publiziert am 28.07.2012 auf der Website der Berner Zeitung
Mit den Kindern in einem Gstältli umgeschnallt, einem Känguru und ihrem Jungen gleich, bringen sich Mütter nach der Geburt wieder in Form. Dies ist das Kanga-Training. Bald wird es auch in Bern angeboten.
Mit den Kindern in einem Gstältli umgeschnallt, einem Känguru und ihrem Jungen gleich, bringen sich Mütter nach der Geburt wieder in Form. Dies ist das Kanga-Training. Bald wird es auch in Bern angeboten.
«Spürt das Standbein. Jetzt ausbalancieren. Genau so», sagt Trainerin Irène von Atzigen. Gemeinsam mit rund zehn weiteren Frauen und deren Babys steht sie in einem Fitnessraum im Daytona Gym in Thun. Im Hintergrund ertönt Musik von 77 Bombay Street, «Up in the Sky». Die Mütter sind gerade dabei, ihre Bizepse und Trizepse zu stärken. Dies, indem sie ihr Baby hochstemmen und von einer Seite zur anderen heben, als wäre es eine lebendige Hantel.
Was auf den ersten Blick befremdend wirkt, ist ein Ausdauertraining für die Mutter und ein Schlafmittel für das Kind. Denn kurz nachdem die Kanga-Mamis angefangen haben, sich rhythmisch zu bewegen, schlummern ihre Kleinkinder friedlich im Gstältli.
Irène von Atzigen ist Fitnesstrainerin. «Ich wollte auch schon etwas in der Art von Kanga entwickeln, als ich selber Kinder bekam. Doch irgendwie wollte es nicht klappen, mir fehlte wohl auch etwas der Mut», erinnert sich die dreifache Mutter. Während eines Urlaubs in Österreich las sie einen Artikel über Nicole Pascher und ihre Erfindung. Seit einem Jahr nun bietet von Atzigen auch Kanga-Kurse an – und ist begeistert: «Das Beste daran ist, dass das Kind immer dabei ist.» Kollegin Mascha Marek, die in Köniz Kanga-Kurse anbietet, pflichtet bei: «Es ist optimal, wieder in Form zu kommen nach der Geburt. Und es muss nicht immer ein Babysitter gesucht werden.» Nachdem ein Gynäkologe der Mutter grünes Licht dazu gegeben hat, wieder Sport zu machen – in der Regel sechs bis acht Wochen nach der Geburt –, kann losgelegt werden. Ein Gstältli ist für Kinder bis zu 20 Kilogramm konzipiert. Dies hängt jedoch noch mit der Kraft und der Kondition des Kanga-Mami zusammen.
Intensives Training
Das Training beginnt mit Einwärmübungen und einem kurzen Theorieteil – meist geht das in einem. Es folgen Kräftigungsübungen für Rücken- und Beckenbereich und eine Kraft-Ausdauer-Kombination. «Den Müttern soll immer bewusst sein, dass ihr Baby im Zentrum steht», erklärt von Atzigen.
So komme es hie und da vor, dass eine Mutter eine Stillpause einlegt oder kurz mit dem Baby nach draussen geht. Dies jedoch eher selten: «Meist sind die Kleinen ganz ruhig und entspannt – oder beobachten interessiert das Geschehen.» Mittlerweile ertönt «Rolling in the Deep» von Adele aus den Boxen – die Mütter marschieren, ihr Baby in einer Traghilfe auf dem Rücken oder am Bauch angeschnallt. Wichtig beim Training ist, keine ruckartigen Bewegungen zu machen. Sonst würde das Baby durchgeschüttelt. Nach der schweisstreibenden Einheit bleibt Zeit, sich gegenseitig auszutauschen und Tipps und Tricks weiterzugeben. «Es wäre schön, wenn Kanga eines Tages so bekannt ist wie Babyschwimmen. Denn das Training ist wirklich eine gute Sache für Mutter und Kind», sagt von Atzigen, und die anwesenden Mütter nicken. Zurzeit gibt es in der Schweiz nur drei ausgebildete Kanga-Trainerinnen. Im Herbst wird eine vierte dazustossen.
Stülpen für Gross und Klein
Als Ausrüstung benötigen die Kanga-Mamas lediglich bequeme Kleidung und eine Traghilfe. Die Stülpen, die den Kleinen über die Beine gestreift werden, halten sie warm. «Die Mutter muss diese Stülpen nicht zwingend tragen. Sie geben warm, sind aber eher ein Gag», sagt Marek schmunzelnd und winkt ihrer Tochter Yael mit rosa bestülpten Armen zu.
Der Name Kanga stammt übrigens, kindergerecht, von Winnie Poohs Känguru-Mama. Genau so wie das Känguru-Baby soll sich das Menschenbaby in einem Beutel bei seiner Mutter am wohlsten fühlen. Wie der Augenschein vor Ort zeigte: Es scheint zu stimmen.
Was auf den ersten Blick befremdend wirkt, ist ein Ausdauertraining für die Mutter und ein Schlafmittel für das Kind. Denn kurz nachdem die Kanga-Mamis angefangen haben, sich rhythmisch zu bewegen, schlummern ihre Kleinkinder friedlich im Gstältli.
Irène von Atzigen ist Fitnesstrainerin. «Ich wollte auch schon etwas in der Art von Kanga entwickeln, als ich selber Kinder bekam. Doch irgendwie wollte es nicht klappen, mir fehlte wohl auch etwas der Mut», erinnert sich die dreifache Mutter. Während eines Urlaubs in Österreich las sie einen Artikel über Nicole Pascher und ihre Erfindung. Seit einem Jahr nun bietet von Atzigen auch Kanga-Kurse an – und ist begeistert: «Das Beste daran ist, dass das Kind immer dabei ist.» Kollegin Mascha Marek, die in Köniz Kanga-Kurse anbietet, pflichtet bei: «Es ist optimal, wieder in Form zu kommen nach der Geburt. Und es muss nicht immer ein Babysitter gesucht werden.» Nachdem ein Gynäkologe der Mutter grünes Licht dazu gegeben hat, wieder Sport zu machen – in der Regel sechs bis acht Wochen nach der Geburt –, kann losgelegt werden. Ein Gstältli ist für Kinder bis zu 20 Kilogramm konzipiert. Dies hängt jedoch noch mit der Kraft und der Kondition des Kanga-Mami zusammen.
Intensives Training
Das Training beginnt mit Einwärmübungen und einem kurzen Theorieteil – meist geht das in einem. Es folgen Kräftigungsübungen für Rücken- und Beckenbereich und eine Kraft-Ausdauer-Kombination. «Den Müttern soll immer bewusst sein, dass ihr Baby im Zentrum steht», erklärt von Atzigen.
So komme es hie und da vor, dass eine Mutter eine Stillpause einlegt oder kurz mit dem Baby nach draussen geht. Dies jedoch eher selten: «Meist sind die Kleinen ganz ruhig und entspannt – oder beobachten interessiert das Geschehen.» Mittlerweile ertönt «Rolling in the Deep» von Adele aus den Boxen – die Mütter marschieren, ihr Baby in einer Traghilfe auf dem Rücken oder am Bauch angeschnallt. Wichtig beim Training ist, keine ruckartigen Bewegungen zu machen. Sonst würde das Baby durchgeschüttelt. Nach der schweisstreibenden Einheit bleibt Zeit, sich gegenseitig auszutauschen und Tipps und Tricks weiterzugeben. «Es wäre schön, wenn Kanga eines Tages so bekannt ist wie Babyschwimmen. Denn das Training ist wirklich eine gute Sache für Mutter und Kind», sagt von Atzigen, und die anwesenden Mütter nicken. Zurzeit gibt es in der Schweiz nur drei ausgebildete Kanga-Trainerinnen. Im Herbst wird eine vierte dazustossen.
Stülpen für Gross und Klein
Als Ausrüstung benötigen die Kanga-Mamas lediglich bequeme Kleidung und eine Traghilfe. Die Stülpen, die den Kleinen über die Beine gestreift werden, halten sie warm. «Die Mutter muss diese Stülpen nicht zwingend tragen. Sie geben warm, sind aber eher ein Gag», sagt Marek schmunzelnd und winkt ihrer Tochter Yael mit rosa bestülpten Armen zu.
Der Name Kanga stammt übrigens, kindergerecht, von Winnie Poohs Känguru-Mama. Genau so wie das Känguru-Baby soll sich das Menschenbaby in einem Beutel bei seiner Mutter am wohlsten fühlen. Wie der Augenschein vor Ort zeigte: Es scheint zu stimmen.