publiziert am 15.08.2012 auf 20min.ch
Bizarre Szene auf der Strecke Zürich – Landquart: Weil sie glaubte, Passagiere hätten kein Velobillett gelöst, übte eine Zugbegleiterin Selbstjustiz. Die SBB entschuldigen sich.
Der Intercity fährt in Landquart ein, die Umsteigezeit beträgt an jenem Samstag vor zehn Tagen nur wenige Minuten. Magdalena Adam hilft ihren beiden Töchtern, die Velos aufs Perron zu hieven und merkt sofort, dass etwas nicht stimmt: «Bei beiden Velos fehlte die Luft in einem Pneu». Kurz darauf stellt sie dasselbe auch bei ihrem eigenen Fahrrad fest. «Wir dachten an einen doofen Scherz eines Passagiers», so die Kindergärtnerin aus dem Bernischen Signau.
Weit gefehlt. Die Zugbegleiterin kommt auf sie zu und sagt gemäss Adam enerviert: «Wieso haben sie kein Billett gezeigt?» Magdalena Adam ist perplex. Sie ist sich keines Verschuldens bewusst, hat sie die drei Velotickets doch kurz nach der Abfahrt ebendieser Kontrolleurin vorgewiesen. Mehr aus Jux fragt sie die Dame in Uniform, ob denn gar sie hinter dem «Velolüfteln» stecke: «Sie gab es sofort offen und ehrlich zu, damit hätte ich echt nicht gerechnet.»
«Vergeblich nach Besitzern gesucht»
Familie Adam wähnt sich im falschen Film – insbesondere, da sich die Zugbegleiterin noch zu rechtfertigen versucht. «Sie sagte, dass sie im ganzen Zug vergeblich nach den Besitzern der Velos gesucht habe», so die Mutter. Eine Begründung, die laut Adam jeglicher Logik entbehrt: Nicht nur habe sie die Billette kontrolliert gehabt, sondern wegen den Velohelmen auf dem freien Sitz auch sonst erkennen können, dass sie mit Zweirädern unterwegs sind. Zudem seien sie in unmittelbarer Nähe zum Zwischenabteil gesessen.
Für eine weitere Konversation reicht die Zeit nicht, die Familie Adam muss das Gleis wechseln. Auf den Felgen schieben die drei ihre Räder zum Anschlusszug, der sie ins Ferienhaus bringen soll – und schwören sich, sich bei den SBB schriftlich über den Vorfall zu beschweren.
«So ein Verhalten ist unentschuldbar»
Das wird nun nicht mehr nötig sein: «Wir haben die entsprechende Zugbegleiterin kontaktiert. Sie hat uns gegenüber nochmals bestätigt, dass sie die Luft herausgelassen hat», sagt Mediensprecher Reto Kormann. Die genauen Umstände würden derzeit noch abgeklärt, man könne jetzt aber schon sagen: «Was auch immer sich zuvor zugetragen hat: So ein Verhalten ist unentschuldbar und entspricht in keiner Weise dem Servicegedanken der SBB», so Kormann.
Der Vorfall werde «Massnahmen auf Personalebene» zur Folge haben. Welcher Art diese seien, müsse noch bestimmt werden. Es sei zudem zu beachten, dass sich die fehlbare Kontrolleurin noch in der Ausbildung befinde. Auf jeden Fall werden sich die SBB bei den Adams entschuldigen und sich ihnen gegenüber erkenntlich zeigen. «Die Familie wird von uns einen Gutschein erhalten, den sie beispielsweise für einen Veloausflug per Bahn einsetzen kann», sagt Kormann. Magdalena Adam gibt sich versöhnlich: «Das freut uns natürlich. Uns geht es aber mehr um die Geste, eine Velopumpe hätte auch schon gereicht.»
Familie Adam wähnt sich im falschen Film – insbesondere, da sich die Zugbegleiterin noch zu rechtfertigen versucht. «Sie sagte, dass sie im ganzen Zug vergeblich nach den Besitzern der Velos gesucht habe», so die Mutter. Eine Begründung, die laut Adam jeglicher Logik entbehrt: Nicht nur habe sie die Billette kontrolliert gehabt, sondern wegen den Velohelmen auf dem freien Sitz auch sonst erkennen können, dass sie mit Zweirädern unterwegs sind. Zudem seien sie in unmittelbarer Nähe zum Zwischenabteil gesessen.
Für eine weitere Konversation reicht die Zeit nicht, die Familie Adam muss das Gleis wechseln. Auf den Felgen schieben die drei ihre Räder zum Anschlusszug, der sie ins Ferienhaus bringen soll – und schwören sich, sich bei den SBB schriftlich über den Vorfall zu beschweren.
«So ein Verhalten ist unentschuldbar»
Das wird nun nicht mehr nötig sein: «Wir haben die entsprechende Zugbegleiterin kontaktiert. Sie hat uns gegenüber nochmals bestätigt, dass sie die Luft herausgelassen hat», sagt Mediensprecher Reto Kormann. Die genauen Umstände würden derzeit noch abgeklärt, man könne jetzt aber schon sagen: «Was auch immer sich zuvor zugetragen hat: So ein Verhalten ist unentschuldbar und entspricht in keiner Weise dem Servicegedanken der SBB», so Kormann.
Der Vorfall werde «Massnahmen auf Personalebene» zur Folge haben. Welcher Art diese seien, müsse noch bestimmt werden. Es sei zudem zu beachten, dass sich die fehlbare Kontrolleurin noch in der Ausbildung befinde. Auf jeden Fall werden sich die SBB bei den Adams entschuldigen und sich ihnen gegenüber erkenntlich zeigen. «Die Familie wird von uns einen Gutschein erhalten, den sie beispielsweise für einen Veloausflug per Bahn einsetzen kann», sagt Kormann. Magdalena Adam gibt sich versöhnlich: «Das freut uns natürlich. Uns geht es aber mehr um die Geste, eine Velopumpe hätte auch schon gereicht.»