Beromünster informiert in 65 Sprachen

publiziert am 30.09.2012 auf 20min.ch
 
Die ländliche Gemeinde Beromünster macht auf Grossstadt: Ihre Webseite zeigt sich in 65 verschiedenen Sprachen. 

In der Gemeinde Beromünster leben knapp 5000 Einwohner. Trotzdem bietet die Gemeinde auf ihrer Homepage die Möglichkeit, die Infos in gleich 65 Sprachen abzurufen. Diese Arbeit übernimmt Google Translator. So wird etwa bei einem Klick auf die englische Sprache aus dem Gemeindepräsidenten Charly Freitag Charly Friday. Dieser sagt: «Wir wollen Informationen für Einheimische und für Besucher aus dem Ausland anbieten.» 

Soweit scheinen die Stadt und der Kanton Luzern noch nicht gekommen zu sein: Auf beiden Webseiten findet man auf der Titelseite keine Übersetzungsprogramme. Anders in Zug: Die Stadt bietet Infos auch in Englisch an. Der Kanton bietet zudem noch zehn weitere Sprachen an.

Übersetzungen aufwändig und teuer


Für Andreas Liebrich, E-Tourismus-Experte an der Hochschule Luzern, sind Informationen in Fremdsprachen wichtig. «Wenn man die Übersetzungen seriös macht, ist es ein grosser und teurer Aufwand», sagt Liebrich. Den Einsatz von Google Translator für offizielle Seiten erachtet er nur bedingt als nützlich: Das Programm stosse schnell an seine qualitativen Grenzen. Wenn auf offiziellen Seiten Übersetzungen angeboten würden, müssten in den Verwaltungen auch Personen mit entsprechenden Fremdsprachenkenntnissen zur Verfügung stehen.

Deutsches Ehepaar schmuggelt jungen Esel über die Grenze

publiziert am 27.09.2012 auf Blick.ch

SPLÜGEN - GR - Schweizer Grenzwächter haben bei einer Kontrolle am Splügenpass GR grosse Augen gemacht: Im Kofferraum eines Vans fanden sie einen jungen Esel. Ein Ehepaar aus Deutschland hatte das Tier dort versteckt.

Die Schweiz wollte das Ehepaar mit dem Esel auf der Fahrt von Italien nach Deutschland nur durchqueren. Doch Grenzwächter machten den beiden am vergangenen Freitag am Splügenpass einen dicken Strich durch die Rechnung. Bei der Kontrolle entdeckten sie das zwischen Rücksitz und Heckklappe eingepferchte Jungtier.

Den Grenzwächtern erzählte das deutsche Ehepaar, es habe dem Esel den zehnstündigen Transport in einem Pferdeanhänger nicht zumuten wollen. Eine Beförderung dieser Art könne sich traumatisierend auf das Tier auswirken.

Vom Esel musste sich das Ehepaar zunächst trennen. Wie das Kommando der Grenzwachtregion III am Donnerstag weiter berichtete, fehlten neben der ordnungsgemässen Anmeldung am Zoll auch die notwendigen Gesundheitszeugnisse für das Tier.

Deshalb wurde die bündnerische Amtsstelle für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit eingeschaltet, welche die Beschlagnahmung des Jungtieres anordnete. Da das Ehepaar mit der Einfuhr und dem Transport des Esels gleich gegen mehrere Gesetze verstossen hat, muss es mit einer empfindlichen Busse rechnen. Allein die unterlassene Zollanmeldung kostet 500 Franken.

Beamter alarmiert Kollegen wegen "verdächtig hellem Licht"

publiziert am 26.09.2012 auf Bluewin.ch
 
Ein "verdächtig helles Licht" hat einen britischen Polizisten in höchste Alarmbereitschaft versetzt - und ihm eine Riesenblamage bei den Kollegen eingetragen.
 
Wie das Polizeimagazin "Dogberry" am Mittwoch berichtete, war der Beamte nachts allein auf Streife in den Clent Hills im zentralenglischen Worcestershire unterwegs, als er auf der anderen Seite eines Hügels ein "verdächtig helles Licht" entdeckte. Aus "Sicherheitsgründen" habe der eifrige Beamte seine Kollegen alarmiert und vorgewarnt, dass er möglicherweise Verstärkung brauchen werde.
 
Etwa 20 Minuten später meldete sich dann der Polizist wieder bei seinem Vorgesetzten - um ihn zu beruhigen und zu berichten, dass alles okay sei und er die Lichtquelle gefunden habe: "Der gewissenhafte Polizist hatte den Mond entdeckt", schloss der Bericht.

Wasserschlacht im Ostchinesischen Meer

publiziert am 25.09.2012 auf TagesAnzeiger.ch

Nun schaltet sich Taiwan in den Inselkonflikt zwischen China und Japan ein. Das dritte Land, das Anspruch auf die Eilande erhebt, hat Dutzende Schiffe in die Region entsandt. Die japanische Küstenwache wartete bereits.

Japanische und taiwanische Schiffe haben sich nahe einer umstrittenen Inselgruppe im Ostchinesischen Meer Gefechte mit Wasserwerfern geliefert. Rund 40 taiwanische Fischerboote waren nach Angaben der japanischen Regierung zuvor von acht taiwanischen Patrouillenbooten eskortiert in japanische Gewässer vorgedrungen. Der japanische Fernsehsender NHK zeigte Bilder, auf denen zu sehen war, wie die japanische Küstenwache aus kurzer Entfernung mit Wasserwerfern auf die taiwanischen Schiffe schoss.

Die Patrouillenboote feuerten ihrerseits mit Wasser zurück. Die taiwanische Küstenwache erklärte, dass fast 60 Boote in die Nähe der Inseln vorgedrungen seien, einige davon bis in die Sperrzone. Der japanische Regierungssprecher Osamu Fujimura sagte, die Schiffe seien zuvor gewarnt worden, nicht in japanische Gewässer vorzudringen. Nach dem Beschuss durch Wasserwerfer hätten sie sich zurückgezogen. Fujimura verwies zugleich auf die «guten Beziehungen» zwischen Tokio und Taipeh.

Die taiwanischen Fischerboote waren gestern mit 300 Fischern und 60 Reportern an Bord in See gestochen, um Taiwans Anspruch auf die von Japan verwaltete unbewohnte Inselgruppe zu unterstreichen. Die Küstenwache schickte mindestens zehn Begleitschiffe. Damit schaltete sich Taiwan in den Streit ein, der zuletzt zwischen China und Japan eskaliert war. Der Konflikt um die in China als Diaoyu und in Japan als Senkaku bekannten Inseln hatte sich deutlich verschärft, nachdem die Regierung in Tokio drei der Inseln kaufte.

Nun wird verhandelt

Alle drei Länder erheben Anspruch auf die Felseninselgruppe, die in fischreichen Gewässern liegt und unter der umfangreiche Gasvorkommen vermutet werden. Trotz des Streits setzen sich China und Japan an den Verhandlungstisch: Vertreter beider Seiten wollten heute in Peking zusammenkommen. Dafür reist der japanische Vize-Aussenminister Chikao Kawai nach Peking.

Die Inselgruppe - in China Diaoyu und in Japan Senkaku genannt - sorgt seit längerem für schweren politischen Streit. Der Konflikt eskalierte, nachdem die japanische Regierung kürzlich trotz eindringlicher Warnungen Chinas einen Teil der Inselgruppe einem privaten, japanischen Besitzer abkaufte.

Fünf Schlangen und drei Geckos im Kofferraum

 publiziert am 19.09.2012 auf 20min.ch

Schrecksekunde für die Zöllner am Grenzübergang Stein (AG)/Bad Säckingen: Als sie einen Kleintransporter kontrollierten, blickten ihnen plötzlich 16 Augen entgegen.

Als ein Deutscher am Samstag den Grenzübergang Stein (AG)/Bad Säckingen in die Schweiz passieren wollte, legte er der Zollkontrolle eine Liste mit Umzugsgut vor. Als die Grenzwächter den vermeintlichen Hausrat kontrollierten, staunten sie nicht schlecht.

Im Laderaum stiessen sie laut einer Mitteilung der Grenzwachtregion Basel auf einen Gitterkäfig, in welchem zwei Styroporboxen lagen. Darin befanden sich zwei grössere lebende Schlangen. Weiter entdeckten die Grenzwächter mehrere Boxen und andere Behältnisse, in denen sich weitere lebende Schlangen und Geckos befanden. Insgesamt fanden die Grenzwächter zwei Tigerpythons, zwei Boa Constrictor und einen Königspython sowie zwei Leopardengeckos und einen Tokay-Gecko.

Die Grenzwächter stellten fest, dass der Mann nicht über die notwendigen Dokumente sowie die entsprechenden Einfuhrpapiere verfügte. Deshalb wurde das Bundesamt für Veterinärwesen in Bern informiert. Dem Mann wurde eine Frist gesetzt, um der Artschutzkontrollstelle in Basel die fehlenden Dokumente nachzureichen. Ausserdem musste er auf Weisung der Zollfahndung Basel eine Bussenhinterlage von 1200 Franken leisten, die er an Ort und Stelle bezahlte.

Freysinger warnt SVPler vor Social Media

publiziert am 18.09.2012 auf 20min.ch

Nach mehreren Fehltritten seiner Parteikollegen in Sozialen Netzwerken rät SVP-Nationalrat Oskar Freysinger seinen Parteikollegen, nicht betrunken Facebook zu nutzen. Sie sollen künftig Social Media am besten meiden.

Nach den neusten rassistischen Äusserungen eines SVP-Politikers auf Facebook ist dem SVP-Nationalrat Oskar Freysinger nun der Kragen geplatzt. Er empfiehlt seinen Parteikollegen ein Social-Media-Verbot. «SVP-Mitglieder sollten mit Social Media aufhören», fordert der Walliser. «Das ist viel zu gefährlich.» Er jedenfalls bearbeite sein Facebook-Profil schon lange nicht mehr. «Es kann sehr schnell passieren, dass man irgendeinen Stuss schreibt. Vor allem, wenn man emotional oder betrunken ist», so Freysinger. Erst am letzen Samstag hatte sich der Schwyzer SVP-Ortsparteipräsident Seppi Spiess auf Facebook über den Tod eines moldawischen Autodiebes gefreut (20 Minuten berichtete).

Unverständnis bei Parteikollegen

Freysingers Vorschlag kommt bei seinen Parteikollegen nicht gut an: «Wegen ein paar Wahnsinnigen eine Kollektivstrafe zu verhängen, geht nicht», sagt SVP-Ständerat This Jenny. Jeder sei für seine Kommentare und Tweets selber verantwortlich. Jenny appelliert an den gesunden Menschenverstand. Laut dem jungen SVP-Nationalrat Lukas Reimann wäre ein Verbot «eine Katastrophe, die einem Maulkorb gleichkäme». Die Mitglieder sollten vielmehr den parteiinternen Kurs «Umgang mit Social Media» besuchen, den die SVP seit Oktober 2011 anbietet.

«Partei soll Sanktionen aussprechen»

Das findet auch Kommunikationsberater Iwan Rickenbacher: «Es ist an der Partei, ihre Mitglieder vor den Gefahren der Social Media zu warnen und bei Fehltritten Sanktionen auszusprechen.»

11'125 Lärmklagen allein von einer Person

publiziert am 17.09.2012 auf der Website der Basler Zeitung

Der EuroAirport wird jährlich mit Zehntausenden Beschwerden eingedeckt. Fast alle dieser Klagen stammen jedoch nur von einigen Dutzend Extrem-Reklamierern. Wird das Lärmproblem überschätzt?

Der EuroAirport erhielt im letzten Jahr 28'517 Beschwerden zugesandt. 2010 registrierte der Flughafen sogar 36'733 Beschwerden. Die meisten dieser Reklamationen sind Lärmklagen. Die halbe Region Basel scheint massiv unter dem Lärm des Flughafens zu leiden. Doch tut sie das wirklich? «Das Fluglärmproblem wird überschätzt», ist Thomas Burckhardt, Präsident der IG Luftverkehr Basel, überzeugt. Die Zahlen scheinen ihm recht zu geben.

Wer sich die Beschwerdezahlen etwas genauer anschaut, dem präsentiert sich nämlich ein ganz anderes Bild. Die 28'517 Beschwerden des letzten Jahres wurden nämlich von gerade mal 444 verschiedenen Personen eingereicht. Im Schnitt hat also ein einzelner Beschwerdeführer über 64 Klagen eingereicht. Schauen wir noch etwas genauer hin: 2011 kamen 23'749 Beschwerden von nur gerade sechs Personen. Oder anders ausgedrückt: Ein halbes Dutzend Personen war für über 83 Prozent aller Lärmklagen verantwortlich. Das ist aber noch nicht alles: 20'020 Beschwerden sind nämlich an drei in Frankreich wohnhaften Beschwerdeführern festzumachen. Diese drei Personen waren im Vorjahr für sagenhafte 97,2 Prozent aller in Frankreich abgeschickten Lärmklagen verantwortlich.

Spitzenreiter ist jener Profi-Nörgler, der den EuroAiport im letzten Jahr im Alleingang mit 11'125 Klagen eingedeckt hat – über 30 pro Tag. Damit zeichnet er für fast 40 Prozent aller letztjährigen Beschwerden verantwortlich. Der überwiegende Teil aller Reklamationen aus Frankreich wird übrigens in Buschwiller, der Nachbargemeinde von Allschwil, abgeschickt. Dort sind nach Angaben des Flughafens im Wesentlichen zwei Personen sehr aktiv, die die Zahl der Beschwerden in schwindelerregende Höhen treiben.

Lärmklagen als Vorwand

Würden diese beiden Personen sich eine neue Wohnung etwas weiter weg vom EuroAirport suchen, die Lärmklagen aus Frankreich würden fast auf null zurückgehen. Flughafenbefürworter Burckhardt ärgert sich, dass Menschen in die Flugschneise ziehen und sich danach beschweren, dass Flugzeuge über ihre Köpfe fliegen. Die Lärmklagen seien oftmals nur ein Vorwand, um gegen den EuroAirport Stimmung zu machen. «Bei den meisten steckt nicht viel mehr dahinter», ist der Basler Anwalt überzeugt.

Auch in der Schweiz wohnen einige empfindliche Personen, die offenbar so sehr unter dem Fluglärm leiden, dass sie Hunderte, teilweise sogar Tausende Beschwerden per E-Mail, Fax oder Brief einreichen. So wurden im ersten Halbjahr des laufenden Jahres fast zwei Drittel der bislang 4185 Beschwerden aus der Schweiz von nur gerade drei Personen eingereicht. Einer alleine hat seit Jahresbeginn bereits rund 1419 Klagen abgeschickt. Die 30 aktivsten Fluglärmkritiker waren im letzten Jahr zusammen für rund 91 Prozent aller Beschwerden aus der Schweiz verantwortlich.

Es sind also nicht Tausende Anwohner, die unter dem Fluglärm leiden, sondern einige Dutzend Aktivisten, die jährlich Tausende Beschwerden einreichen. «Ich bezweifle, dass die Leute, die sich so vehement beschweren, wirklich die Nachteile in Kauf nehmen würden, die ein reduzierter oder eingestellter Flugbetrieb am EuroAiport mit sich bringen würde», sagt Burckhardt. Hier gehe es vor allem um ein Kultivieren der eigenen Befindlichkeit.

Mehr Starts und Landungen

Der Basler Anwalt weist zudem darauf hin, dass der Flughafen viel unternimmt, um die Lärmemissionen so gering wie möglich zu halten. Und dies scheint sich auch auszuwirken: Seit 2008 ist die Zahl jener Personen, die sich beim EuroAirport beschwert haben, stetig gesunken, obwohl die Anzahl Starts und Landungen in der gleichen Zeit um rund acht Prozent zugenommen hat. Langsam nähert sich die Beschwerdesituation wieder den Werten aus der Zeit vor dem Dezember 2007, als die Einführung des Instrumentelandesystems Veränderungen gebracht hatte: Einige Gemeinden wurden damals entlastet, während andere vermehrt überflogen werden.

«Seitdem kann man davon ausgehen, dass sich ein Teil der Bevölkerung daran gewöhnt hat», sagt Flughafensprecherin Vivienne Gaskell. Sie hält fest, dass die in der Lärmschutzverordnung festgelegten Immissionsgrenzwerte überall eingehalten werden. Und dass die Zeit der extrem lärmenden Flugzeuge bald der Vergangenheit angehört: «Nicht zuletzt wegen der lärmemissionsbezogenen Gebühren setzen die Fluggesellschaften immer leisere Maschinen ein.» Schlechte Aussichten also für die Profi-Reklamierer: Sie müssen sich vielleicht bald eine neue Beschäftigung suchen.

Schulfach wird wegen Beliebtheit bei den Schülern abgeschafft

publiziert am 17.09.2012 auf NZZ.ch

Die Basler Gymnasien kämpfen mit Wahlfächern um Schüler. Das führt zu einer nicht finanzierbaren Zersplitterung des Angebotes. Die Erziehungsbehörden wollen den Wettbewerb nun bremsen – um Fusionen von Schulhäusern zu verhindern.

Es passiert nicht oft, dass die Schule von Schülern gestürmt wird, weil diese das Angebot so berauschend finden. Genau dies aber trägt sich derzeit in Basel zu. Das Gymnasium am Münsterplatz (GM), ehemals humanistisches Gymnasium und bis heute erste Adresse für viele Eltern und Kinder am Rheinknie, offeriert seiner Schülerschaft seit 2008 als «Schwerpunktfach» (ein prioritäres Wahlfach), den Lehrgang «Philosophie, Psychologie, Pädagogik» (PPP). Das passt zum Haus: Das älteste Gymnasium am Ort, an dem schon Arnold Böckli oder Carl Gustav Jung die Schulbank drückten und Friedrich Nietzsche lehrte, unterstreicht den Charakter Basels als humanistisch gebildete Stadt.

71 Prozent mehr Schüler

«Die der Antike entsprungene und in der Neuzeit wissenschaftlich vertiefte Besinnung auf den Menschen (PPP) machen das Profil des Gymnasiums am Münsterplatz aus», wirbt deshalb die Schule – mit durchschlagendem Erfolg. Dank PPP und dem international anerkannten Maturitätsabschluss International Baccalaureate (IB), der ebenfalls exklusiv angeboten wird, nahmen die Schülerzahlen innert vier Jahren um 71 Prozent zu. Prompt kamen die übrigen Gymnasien unter Zugzwang: Sie verloren teilweise markant und stellten eigene Anträge für neue Angebote.

Das Rezept aber, mit dem das Erziehungsdepartement (ED) von Christoph Eymann (Liberale) den Folgen des Wettbewerbs begegnet, stösst in Basel mancherorts auf Unverständnis: Das GM soll den Kurs künftig nicht mehr als Schwerpunktfach anbieten dürfen. Ab Schuljahr 2013/14 ist Schluss, wie Eymann Ende August beschied. Den definitiven Entscheid fällt heute Montag der Erziehungsrat. Nur so, erklärt das ED, könnten alle fünf Basler Gymnasien weiterbestehen. Denn die Ausweitung des Angebots im Wahlfach-Bereich führe zu einer Aufsplitterung der Lerngruppen, die weder koordinierbar noch finanzierbar sei, sagt Hans Georg Signer, Leiter Bildung im ED. Qualitätsgründe gebe es für die Abschaffung nicht, versichert er. Inzwischen hagelt es Proteste von Schülern, Eltern, Lehrern und Politikern. Erfolg bei den Schülern als Sargnagel für ein Schulfach – das klingt nach Schilda.

Folge der Harmonisierung

Der Schritt ist eine indirekte Folge einer Schulreform, mit der sich das Basler Erziehungsdepartement seit einiger Zeit herumschlägt. Im Rahmen von Harmos wird das System angepasst, wodurch die Primarschule verlängert und die Gymnasiumszeit verkürzt wird. Auf allen Ebenen – Lehrerschaft, Schulhäuser, Klassen – hat dies Verschiebungen und Reorganisationen zur Folge. Gleichzeitig führen Neuerungen wie die Einführung des Frühfranzösisch oder die integrative Schule zu zusätzlichen Herausforderungen und Schnittstellen. Nicht immer operiert das ED dabei wirklich transparent und mit Fingerspitzengefühl, stellen viele irritierte Eltern, Schüler und Lehrer fest.

Bei der Abschaffung des Schwerpunktfaches PPP geht es um einen Grundkonflikt: Trotz der Verkürzung der Gymnasialzeit auf vier Jahre, womit die Schülerzahl sinkt, will das ED die Zahl der Gymnasien beibehalten – womit aus finanziellen Gründen beim inhaltlichen Angebot Grenzen gesetzt werden müssen. Die Alternative, eine Anpassung der Strukturen, also Schulhausschliessungen, hält das ED für falsch. Die Vielfalt der Standorte und die Wahlfreiheit bezüglich des Schulhauses seien wichtiger als die Angebotsvielfalt im Wahlfach-Bereich, so Signer überzeugt. Dies erklärt auch, weshalb sich die Rektoren der Gymnasien hinter den Entscheid für weniger Wettbewerb stellen. Die Frage aber, was Wahlfreiheit im Schulbereich letztlich bedeuten soll, ist damit noch nicht beantwortet.

Wandergeschwindigkeit ändert sich – Schilder stimmen nicht mehr

publiziert am 16.09.2012 auf der Website des Schweizer Fernsehens

In den Alpen war das Wetter an diesem Wochenende perfekt. Auch zum Wandern. Einziger Makel: Immer häufiger stimmen die verzeichneten Wanderzeiten auf den Wegweisern nicht mehr. Das soll sich nun ändern. Ganz langsam.

Die Schrittgeschwindigkeit hat sich erhöht. Die Wandergeschwindigkeit stimmt nicht mehr mit den angegebenen Zeiten auf den Schildern überein. Dies soll nun geändert werden, von offizieller Seite.

In den Alpen war der Himmel von Samstagmorgen bis Sonntagabend wolkenlos. Dazu waren die Temperaturen sehr mild: Im Obergoms im Wallis war es auf 1350 m 22 ° warm, auf dem Säntis auf 2500 m Metern 10 °. Nur im Norden und im Tessin gab es zwischendurch Hochnebel.
         
Bis Dienstag dürfte es mit 21 bis 24 ° noch ziemlich mild bleiben, bevor in der Nacht auf Mittwoch die nächste Kaltfront die Schweiz erreichen dürfte.

Gebetsruf aus dem Bundeshaus

publiziert am 13.09.2012 auf NZZ.ch

Eine überkonfessionelle Gruppe von Parlamentariern will den Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag wieder beleben. 94 National- und 19 Ständeräte unterstützen einen Gebetsaufruf an die Schweizer Bevölkerung.

Am kommenden Sonntag sollen die Menschen in der Schweiz «danken, für Stabilität und Wohlstand unseres Landes auch in einer schwierigen Zeit». Sie sollen «beten, dass Gott den Menschen in unserem Land beisteht und sie segnet». Und sie sollen «Busse tun über unser persönliches und kollektives Fehlverhalten». Das sind drei Kernsätze aus einem schriftlichen Aufruf, den fast das halbe Parlament unterzeichnet hat.

Auslöser für die ungewöhnliche Aktion ist der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag, der am 16. September stattfindet. Der Feiertag wird seit 180 Jahren immer am dritten September-Sonntag gefeiert (vgl. untenstehenden Artikel). Er hat ausserhalb der Kirchen aber nur noch eine marginale Bedeutung.

Mit dem Aufruf solle nun «das Danken, Busse-Tun und Beten wieder vermehrt ins Zentrum gerückt werden», schreibt eine Gruppe von sechs Parlamentariern, die den Aufruf verantwortet. Zu ihr gehören die Nationalratsmitglieder Marianne Streiff (evp.), Erich von Siebenthal (svp.), Eric Nussbaumer und Jacques-André Maire (beide sp.), Jakob Büchler (cvp.) sowie Ständerat Hans Hess (fdp.). Es gehe ihnen darum, «die Bedeutung des Bettages in Erinnerung zu rufen und dem christlichen Glauben in unserem Land Präsenz zu geben». Koordinator der Aktion ist Beat Christen, der seit 20 Jahren in der Wandelhalle als «Bundeshausbeter» präsent ist.

Einen ersten derartigen Aufruf haben vor einem Jahr 89 Parlamentarier unterschrieben; er wurde aber kaum öffentlich registriert. 2012 machen nun 94 National- und 19 Ständeräte aus allen Parteien und Konfessionen mit: Katholiken, Reformierte wie auch Mitglieder von Freikirchen. Das zeige, dass dieses Thema Politiker über alle Parteigrenzen hinweg verbinde, sagt der Berner SVP-Nationalrat Erich von Siebenthal. Der Aufruf solle zudem eine «Ermutigung» für das Volk sein: Er zeige, dass es auch im Bundeshaus viele gebe, denen Gebet und Busse wichtig seien.

Ziel des Aufrufs sei eine Rückbesinnung auf christliche Werte, sagen mehrere der Initianten. Zwar habe sich die Gesellschaft religiös stark verändert, sagt der St. Galler CVP-Nationalrat Jakob Büchler. In einer Zeit, in der sich andere Religionen zunehmend etablierten, dürfe aber «auch der christliche Glaube in der öffentlichen Diskussion wieder vermehrt Platz haben», sagt Büchler, der auch die parlamentarische Gruppe Christ und Politik präsidiert.

Über einzelne Formulierungen des Aufrufs könne man wohl geteilter Meinung sein, sagt der Baselbieter SP-Nationalrat Eric Nussbaumer. Als von der Regierung installierter «Nachdenktag» habe es der Bettag aber auch heute noch verdient, gefeiert zu werden. Denn er rufe in Erinnerung, «dass eine absolute Wirklichkeit in meine menschliche Wirklichkeit hineinspielt – man kann das Gott nennen».

Für SVP-Nationalrat von Siebenthal ist der Bettag vor allem eine Erinnerung daran, «dass es nicht selbstverständlich ist, dass es uns in der Schweiz so gut geht». Diesen Aspekt betont auch die Zürcher FDP-Nationalrätin und Mitunterzeichnerin Doris Fiala. Persönlich bete sie nie für politischen oder beruflichen Erfolg. Vielmehr sei das Gebet für sie Ausdruck von Demut und Dankbarkeit. «Wenn man sieht, wie dramatisch die Situation im Ausland ist, kann man als Schweizer Parlamentarierin nur dankbar und demütig sein.»

Hündchen, Handy, Alkohol: Warum auf Flügen gestritten wird

publiziert am 10.09.2012 auf TagesAnzeiger.ch

Die Fluggesellschaft Swiss verzeichnete 2011 massiv mehr Zwischenfälle mit aggressiven Passagieren. «Am schlimmsten sind Vielflieger, die meinen, für sie gelten die Regeln nicht», sagt eine Flight-Attendant.

Der Swiss-Flug LX 196 nach Peking musste letzte Woche über Moskau umkehren, weil sich zwei Passagiere prügelten. Der Maître de Cabine versuchte, den Streit der beiden alkoholisierten Chinesen zu schlichten. Einer von ihnen wurde von der Crew gefesselt, auf beide wartete nach der Landung in Zürich die Polizei (TA vom 4. 9. 2012). Der Fall ist krass, aber nicht atypisch: Im Jahr 2011 kamen bei der Swiss 449 Rapporte wegen regelwidrigen Passagierverhaltens während eines Fluges zusammen, satte 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs. «Wir setzen ganz klar auf eine Früherkennung», sagt Sprecherin Myriam Ziesack. Konkret heisst das: Auffällige Personen werden schon vom Bodenpersonal herausgefiltert, etwa beim Check-in.

In der Rapport-Statistik liegen Alkoholfälle mit grossem Abstand an der Spitze, gefolgt von Rauchen und Verbalattacken gegen Flugbegleiter. Letztere erklärt Valérie Hauswirth, Präsidentin der Gewerkschaft des Kabinenpersonals Kapers, so: «Viele Passagiere laufen auf Hochtouren, wenn sie an Bord kommen, sei es, weil sie bei der Sicherheitskontrolle eine Whiskey-Flasche abgeben mussten oder weil der Zubringerflug zeitlich sehr knapp war und sie hetzen mussten.»

Streit wegen Hündchen

Probleme mit Rauchern gebe es vor allem auf Flügen an bestimmte Destinationen wie die Türkei oder China, wo eine andere Rauchkultur herrsche, sagt Swiss-Flugbegleiterin D. Relativ häufig sei auch Zwist wegen Tieren. Kleine Hunde und Katzen dürften zwar in einer Tasche unter dem Sitz mitreisen. «Oft nehmen Herrchen und Frauchen das Tier aber während des Fluges aus der Tasche und legen es auf den Schoss – nicht immer zur Freude der Sitznachbarn», erzählt die Flight Attendant, die seit über 20 Jahren im Geschäft ist.

Renitente Passagiere, die sich trotz mehrmaliger Aufforderung nicht an Weisungen der Crew halten, müssen einen Rapport unterschreiben. Damit bestätigen sie, dass sie über die Konsequenzen eines erneuten Fehlverhaltens informiert sind: Sie würden am Zielflughafen von der Polizei abgeholt. «Am unangenehmsten ist das in England, den USA oder Kanada, wo die strengsten Strafen drohen», sagt D.

Begrüssung mit Hintergedanken

Damit es nicht so weit kommt, nimmt die Crew die Passagiere schon beim Einsteigen genau unter die Lupe. Die freundliche Begrüssung im Flugzeug ist keineswegs nur ein Akt des Willkommenheissens, sondern hat einen handfesten Hintergrund: «Die Flight Attendants haben die wichtige Aufgabe, zu schauen, wie die Passagiere drauf sind», sagt Swiss-Sprecherin Myriam Ziesack. Tritt einer aggressiv auf, wirkt jemand gestresst?

«Hat einer eine Alkoholfahne, wird er vom Maître de Cabine darauf hingewiesen, dass er auf diesem Flug keinen Alkohol mehr bekommt», erzählt Flug­begleiterin D. «Falls sich der Passagier nicht daran halten will, wird er in Absprache mit dem Kapitän zum Aussteigen aufgefordert.» Dies kann auch Fluggästen blühen, die sich flegelhaft benehmen oder einen verwirrten Eindruck machen. «Wir versuchen, möglichst alle Probleme am Abflugort zurückzulassen», sagt D.

«Sind Sie meine Lehrerin?»

Hauptproblem für das Kabinenpersonal sind in letzter Zeit elektronische Geräte wie Smartphones, Laptops, iPads oder MP3-Player, die von ihren Besitzern nicht ausgeschaltet werden. «Ein Dauerbrenner» sei das, sagt Kapers-Präsidentin Hauswirth. Die Swiss habe deshalb die Kabinenansage geändert und weise neuerdings noch deutlicher darauf hin, dass für Start und Landung alle Geräte ausgeschaltet werden müssten, nicht nur Smartphones. «Viele Passagiere sind mit ihren Geräten aber so eng verbunden, dass sie mit Surfen, Mailen und Spielen kaum aufhören können», stellt Hauswirth fest.

«Am schlimmsten sind Vielflieger, die meinen, für sie gelten die Regeln nicht», ärgert sich Flight Attendant D. «Kürzlich fragte mich ein Passagier sogar, ob ich seine Lehrerin sei.» Vielen Kolleginnen und Kollegen sei es denn auch zu blöd, mit hartnäckigen Smartphone-Nutzern über das Ausschalten ihres Geräts zu diskutieren: «Sie beharren nicht darauf», sagt D. Dass es selten zu einem offenen Konflikt kommt, dürfte der Grund dafür sein, weshalb das Handyabschalten in der Statistik keinen Spitzenplatz belegt. Dennoch ist klar: Wer sich wiederholt weigert, sein Gerät auszuschalten, riskiert, von Bord zu fliegen.

Swiss hält an Handyverbot fest

Erschwerend kommt für die Swiss-Flugbegleiter hinzu, dass andere Airlines ihren Passagieren inzwischen ermöglichen, nach Erreichen der Reiseflughöhe im Internet zu surfen und sogar mit dem Handy zu telefonieren. «Wer daran gewöhnt ist, versteht oft nicht, dass er sein Handy bei uns ausserhalb von Start und Landung nur im Flugmodus benützen darf», sagt Valérie Hauswirth von Kapers. Im Flugmodus ist keine Kommunikation möglich, das Handy kann aber etwa zum Musikhören genutzt werden. Trotz Reklamationen will die Swiss an ihren Regeln festhalten. Umfragen hätten gezeigt, dass die Passagiere mehrheitlich gegen eine freie Handynutzung im Flugzeug seien, weil sie um ihre Ruhe fürchteten, sagt Sprecherin Myriam Ziesack. Die Airline spart so auch Umrüstungskosten, denn für mobiles Telefonieren und Surfen bräuchte es eine zusätzliche Antenne im Flugzeug, welche die Gerätesignale empfängt und via Satellit zur Erde schickt.

Ohne solche Antenne versuchen Smartphones mit maximaler Sendeleistung eine Verbindung zur nächsten Basisstation aufzubauen, was empfindliche Bordinstrumente stören könnte. Wie viele eingeschaltete Geräte es dafür braucht, ist unklar. Sicher ist aber, dass eingeschaltete Smartphones in Flugzeugen trotz Verbot an der Tagesordnung sind: Aus Untersuchungen weiss man, dass etwa 10 Prozent der Passagiere vergessen, ihr Handy auszuschalten.

«Fulvio Pelli hätte sich damals rasieren sollen»

publiziert am 07.09.2012 auf der Website der Berner Zeitung

Hanspeter Bühler ist überzeugter Bartgegner. Mit einem Leserbrief zog er den Zorn von Bartträgern auf sich. Im Videointerview erklärt er, weshalb er Bärte verabscheut.

Schuld war der Dreitagebart des frisch gekürten Mister Schweiz Sandro Cavegn. PR-Berater Hanspeter Bühler aus dem Zürcher Unterländer Dörfchen Weiach regte sich darüber so sehr auf, dass er dem «Tages-Anzeiger» einen Leserbrief schrieb. Der Dreitagebart sei unhygienisch, affektiert und provinziell.

Die Reaktionen auf Twitter liessen nicht lange auf sich warten. Dort wurde seine Bartkritik umgekehrt als bünzlig und anachronistisch bezeichnet. Auch in der Leserbriefspalte des «Tages-Anzeigers» wehrten sich die Bartträger. Sie kanzelten sein Urteil als pauschal und totalitär ab.

Schnauz ab

Bernerzeitung.ch/Newsnet sprach im Videointerview mit Bühler über seine Bartaversion. Und von Daniella Gurtner, Modechefin der Zeitschrift «Annabelle», wollten wir wissen, ob Bärte tatsächlich unmöglich sind.

Während Daniella Gurtner mit wenigen Vorbehalten Männer mit Bart in Ordnung findet*, kennt Hanspeter Bühler weiterhin keine Gnade. Vor allem entrüstet er sich über öffentliche Personen, die Haare im Gesicht haben. So sind ihm die Mehrtagebärte der Nationalräte Fulvio Pelli (FDP) und Alexander Tschäppät (SP) ein Grauen. Und dem Zürcher Nationalrat Hans Fehr (SVP) empfiehlt er, den Schnauz abzuschneiden.

(*Anm. d. Red.: Im Video wurden zwei Schauspieler verwechselt. Tom Selleck spielte in der Serie «Magnum», Don Johnson in «Miami Vice».)

[Der Videobeitrag kann hier angesehen werden.]

130 Vogelarten in 24 Stunden

publiziert am 07.09.2012 auf NZZ.ch

Jedes Jahr versuchen Vogelkundler, innerhalb von einem Tag so viele Vogelarten zu bestimmen wie möglich. Wenn es regnet und kalt ist, ist dies nicht nur eine ornithologische, sondern auch eine körperliche Herausforderung.

Jetzt einfach im Bett liegen bleiben. Der Handy-Wecker hat geläutet. Es ist 4 Uhr 55. Unter der Decke ist es warm. Draussen ist es kalt. Und es schüttet Bindfäden. Das sind keine guten Voraussetzungen, um Vögel zu bestimmen. Bei diesem Wetter sind Vögel weder besonders sing- noch flugfreudig. Heute aber sollten die Bedingungen zur Vogelbeobachtung ideal sein. Denn die vier Amateur-Ornithologen, die sich am Samstag, 1. September, in einem Schlafsaal des Berggasthauses auf dem Gurnigel aus den Betten schälen, wollen einen neuen Rekord aufstellen: Innerhalb von 24 Stunden sollen mehr als 132 Vogelarten bestimmt werden. Diese Anzahl hatten die vier am letztjährigen «Bird Race» erreicht und damit den alten Rekord egalisiert. Nun peilen sie ein neues Bestresultat an.

Jahrelange Übung

Die Spielregeln des Vogelrennens, das der Schweizer Vogelschutz seit 1990 jährlich organisiert, sind einfach: Während eines Tages sind in der Schweiz so viele Vogelarten zu bestimmen wie möglich. Mindestens drei Mitglieder eines Teams müssen die Art sehend oder hörend bestimmt haben, damit sie gezählt werden darf. Zur Fortbewegung sind nur öffentliche Verkehrsmittel, Velos und die eigenen Füsse erlaubt. Schiedsrichter gibt es keine; nicht schummeln ist Ehrensache. Dieses Jahr machen 28 Teams mit, darunter ehrgeizige wie dasjenige auf dem Gurnigel, aber auch solche, die einfach einen Tag in der Natur verbringen wollen. Hinzu kommt der gute Zweck: Je mehr Vogelarten gezählt werden, desto mehr Spenden fliessen dem Vogelschutz zu, der das Geld dem Programm «Artenförderung Vögel Schweiz» gutschreibt.

Noch verbleiben dem Team auf dem Gurnigel 16 Stunden, um den Rekord zu brechen. Der Startschuss zum Rennen fiel am Vorabend um 21 Uhr – bereits bei miserablem Wetter. Auf der Terrasse des Berggasthauses lauschten die Ornithologen in die Dunkelheit hinein. Hier stünden die Chancen gut, den Sperlingskauz zu hören. Doch alles, was zu hören war, war das unablässige Prasseln des Regens. Kein Ruf eines Kauzes. Kein Ruf einer Eule. Gar nichts.

Daher ist die Laune der vier Freunde am Morgen danach nicht die beste. Teamchef Adrian Jordi, ein Sekundarlehrer aus Wabern, der regelmässig Reisen für Vogelkundler im Ausland leitet und Präsident eines Klubs für Vogelbeobachtung ist, hat die Route genau geplant. Dass sein Team auf dem Gurnigel startet, ist kein Zufall. Nicht nur lebt hier der Sperlingskauz, zu dieser Jahreszeit ziehen auch viele Zugvogelarten auf ihrem Weg nach Süden über den Gurnigel. Doch wenn die Wolkendecke so tief liegt wie jetzt, bleiben die Vögel am Boden – ganz zum Ärger von Peter Lustenberger, dem Experten für ziehende Greifvögel. Lustenberger ist der Einzige im Team, dem das Privileg zukommt, Vögel während der Arbeit beobachten zu können: Der Gärtner pflegt den Berner Rosengarten.

Am wenigsten scheint die Aussicht auf einen nasskalten Tag Christoph Haag auszumachen, einem Biologen, der an der Universität Freiburg die Evolution von Wasserflöhen erforscht. Haag verfügt allerdings auch über die beste Regenjacke des Teams und war als einziger so schlau, Gummistiefel einzupacken. Haag ist der Fachmann für Vogelstimmen. Wo der Normalsterbliche alltägliches Rauschen vernimmt, hört er jedes Zwitschern heraus. Auch der vierte Teilnehmer ist sattelfest in Vogelkunde: Urs Elsenberger, Steuerinspektor aus dem Kanton Solothurn und Präsident des Ornithologischen Vereins Olten, arbeitete einige Jahre an der Vogelwarte in Sempach.

Die vier Männer im Alter zwischen Ende dreissig und Ende vierzig verbindet die Begeisterung für das Beobachten von Vögeln, Birdwatching genannt, einer weltweit boomenden Freizeitbeschäftigung. Den «Birders» geht es nicht in erster Linie um wissenschaftliche Erkenntnisse. Neben der Liebe für die Natur begeistert sie die Herausforderung, die diversen Vogelarten zu bestimmen. Um in freier Wildbahn die über 400 Vogelarten zu bestimmen, die in der Schweiz bisher nachgewiesen wurden, braucht es jahrelange Übung. Nicht nur muss man wissen, wie die Vögel aussehen und wie sie singen und rufen. Man muss auch über genaue Kenntnisse ihres Lebensraums und ihres Verhaltens verfügen. Nur dann lässt sich gezielt nach ihnen suchen.

Um möglichst viele Arten zu finden, durchkämmt das Team verschiedene Lebensräume. Die Rennstrecke der vier Ornithologen verläuft vom Gurnigel (Lebensraum Berg und Wald) hinunter über Blumenstein nach Thun (Siedlungen) und von dort per Zug ins Grosse Moos (Kulturland) sowie an den Neuenburgersee (Gewässer). Zudem gilt es, entscheidende Differenzen zur Konkurrenz zu schaffen. Die vier Männer müssen Arten suchen, die schwierig aufzustöbern sind. Bei diesen ist die Wahrscheinlichkeit grösser, dass sie nicht von allen anderen Teams erwischt werden.

Der Bergpieper etwa bevorzugt mit Felsblöcken und Steinen durchsetzte Weiden, die oberhalb von 1800 Metern liegen. Also muss man dorthin. Die Ornithologen fahren in der Dunkelheit vom Gurnigel mit den Velos weg in Richtung Gantrisch, die Feldstecher um den Hals gehängt. Wo es zu steil wird, stellen sie die Räder an einem Stacheldrahtzaun ab und wandern durch Kuhweiden hoch. Es dämmert. Am Boden liegt stellenweise Schnee. Die Vögel sind stumm. Kuhglocken bimmeln. Ein Schneeschauer trommelt auf die Regenjacken. Da, um 6 Uhr 45, singt der Bergpieper. Alle im Team haben ihn gehört. Die erste Art ist bestimmt. Noch kommen auf dem Gurnigel einige Vogelarten hinzu, wie der Zitronengirlitz oder die Heckenbraunelle. Doch zufrieden sind die Männer nicht. Bei günstigerem Wetter wäre die Ausbeute besser gewesen.

In rasantem Tempo geht es einen steilen Feldweg hinab ins Tal in Richtung Thun, mitten durch den Wald, der vom steten Regen in allen Schattierungen von Grün glänzt. Der Weg ist stellenweise so aufgeweicht, dass die Velos getragen werden müssen. Immer wieder unterbrechen die Männer ihre Fahrt, um Ausschau zu halten und zu lauschen. Wenn der Grünspecht ruft, meint man, er lache einen aus. Und wenn der kleine Zaunkönig seine Stimme erhebt, ist man von der Lautstärke überrascht. Der Sperlingskauz aber ist weiterhin wie vom Erdboden verschluckt. Selbst auf das «Pishen», das Nachahmen seines Rufs, reagiert er nicht.

Im Mekka der Ornithologen

Wer am Bird Race viele Arten bestimmen will, muss ins Schweizer Mekka der Ornithologen kommen: in die Region des Grossen Mooses, des Fanel, des Chablais de Cudrefin und des Naturschutzzentrums La Sauge. Etliche Teams beschliessen in diesem Gebiet das Rennen. Die Stative mit den angeschraubten Fernrohren geschultert, fahren sie mit dem Velo das artenreiche Grosse Moos ab. Die vielfältig strukturierte Kulturlandschaft mit offenen Flächen, Wäldchen und Hecken ist in den letzten Jahren mit Biotopen aufgewertet worden. Selten gewordene Arten wie Turteltauben, Grosse Brachvögel und Kiebitze sind hier anzutreffen. Und endlich kommt auch der Greifvogelkenner Lustenberger auf seine Rechnung: Dutzende von Wespenbussarden sowie ein Fischadler kreisen über den Feldern.

Das Rennen läuft jetzt ideal. Jordis Team weiss, wo es suchen muss, und bestimmt mit traumwandlerischer Sicherheit eine Art nach der anderen. In der Abenddämmerung nehmen die Männer auf einem Damm, der in den Neuenburgersee hinausführt und von dem aus man das mit Schilf bewachsene Ufer sowie Inseln beobachten kann, Möwen, Enten und Watvögel durch Feldstecher und Fernrohre ins Visier. In wenigen Metern Entfernung lässt sich das meist schwer zu entdeckende Kleine Sumpfhuhn blicken. Und auf einem Pfosten weit draussen im See putzt sich die selten anzutreffende Schwarzkopfmöwe.

Wo ist die Schleiereule?

Noch aber fehlt die Schleiereule. In einer Scheune im Grossen Moos ist sie regelmässig anzutreffen. Es eilt. Mit dem Velo fährt das Team vom Damm los. Die Dämmerung ist in Finsternis übergegangen. Die Scheinwerfer der entgegenkommenden Autos blenden. Wo der Weg von der Strasse in Richtung Scheune abzweigt, rufen zwei Waldohreulen. Die Scheune steht offen und verlassen in der Nacht. Haag zückt die Taschenlampe. Der grelle Lichtstrahl fährt in die Höhe und huscht über die Balken. Drinnen ist nichts zu finden. Es ist 20 Uhr 55. Die Männer rennen zur Südseite der Scheune, an der Büsche emporranken. Haag zündet hinauf zum Giebel. Nichts, nur Kotspuren, keine Schleiereule. Es ist 21 Uhr.

Das Team hat den neuen Rekord verpasst. Doch für den Sieg am Bird Race hat es gereicht. 130 Arten konnten Jordi, Elsenberger, Haag und Lustenberger bestimmen, eine mehr als die Zweitplacierten. Gut möglich, dass der Bergpieper für den Sieg sorgte. Dafür stehen Ornithologen gerne früh auf. An einem bitterkalten und regnerischen Samstagmorgen.

BFK - Rückruf: Migros ruft Animanca Dino-Sammelboxen zurück

publiziert am 06.09.2012 auf der Website des Eidgenössischen Büros für Konsumentenfragen

Bern, 06.09.2012 - In freiwilliger Zusammenarbeit mit Migros informiert das Eidgenössische Büro für Konsumentenfragen (BFK) über den Rückruf von dem Artikel ,Animanca Dino-Sammelbox".

Die Migros hat bei einer internen Kontrolle einen Qualitätsmangel beim Artikel ,Animanca Dino-Sammelbox" entdeckt: Vereinzelte Boxen wiesen Schimmel an den Innenwänden auf.

Aus Sicherheitsgründen ruft die Migros die Animanca Dino-Sammelboxen zurück und fordert die Kundinnen und Kunden auf, das Produkt nicht mehr zu verwenden und in die Migros-Filialen zurück zu bringen.

Es handelt sich um folgenden Artikel, der seit dem 4. September 2012 im Verkauf war:

Animanca Dino-Sammelbox, Artikelnummer 7469.438, Verkaufspreis CHF 14.80, Preis mit Rabattbon CHF 9.80.

Selbstverständlich erhalten Kundinnen und Kunden, die den Artikel in die Filiale an den Kundendienst zurückbringen, den bezahlten Verkaufspreis zurückerstattet. Betroffen ist nur die Sammelbox, alle anderen Dino-Produkte sind einwandfrei.

Nun erfolgt eine generelle Überprüfung der gelieferten Exemplare. Der Verkauf verzögert sich deshalb um eine Woche, ab dem 11. September 2012 wird das Produkt wieder erhältlich sein. Die Gültigkeitsdauer der Vorteilsbons von CHF 5.00 (9.80 statt 14.80) für die Dino-Sammelbox wird um eine Woche verlängert (bis zum 24. September 2012).

Undurchsichtige Aktion: Mann blockiert Bundeshaus mit Traktor

publiziert am 06.09.2012 auf Blick.ch

BERN - Ein Traktor steckt fest. Mitten im Eingang zum ehrwürdigen Bundeshaus in Bern. Was der Lenker mit seiner Aktion bezwecken wollte, sei noch unklar, sagt die Polizei.

Heute Nachmittag um 16.30 Uhr steuert ein Mann einen Traktor mitten in den Haupteingang des Bundeshauses. Er stoppt das Fahrzeug, bevor er das Gebäude rammt. «Weder am Traktor noch am Bundeshaus hat es Beschädigungen gegeben», sagt Andreas Hofmann, Mediensprecher der Kapo Bern zu Blick.ch.

Was denn Lenker dazu bewogen hat, sich diesen exponierten Parkplatz zu suchen, ist unklar. «Der Mann konnte von der Polizeipatrouille angehalten und befragt werden», sagt Hofmann. Er habe wirre Aussagen gemacht. Im Moment würden nun medizinische Abklärungen vorgenommen. Von einem politischen Hintergrund gehe die Polizei aber im Moment nicht aus.

Schweizer Kampf-Panzer schiesst Lieferwagen ab

publiziert am 06.09.2012 auf 20min.ch

David gegen Goliath auf der Strasse: Auf einer Kreuzung bei Unterrealta prallt ein Panzer mit einem Lieferwagen zusammen. Dessen zwei Insassen müssen ins Spital gebracht werden.

Eine Gruppe von Panzern der Schweizer Armee war am Donnerstagmorgen bei Unterrealta GR auf dem Weg nach Hinterrhein und musste wegen Bauarbeiten von der A13 auf die Kantonsstrasse ausweichen. Aus Sicherheitsgründen wurde dazu der Verkehr auf der Kreuzung Rothenbrunnen-Domleschgerstrasse durch einen Armeeangehörigen geregelt. Dies teilt die Kantonspolizei Graubünden mit.

Als sich ein Leopardpanzer der Kreuzung näherte, wurde der Verkehr angehalten. Ein von Bonaduz in Richtung Thusis fahrender Lieferwagen wurde dabei offenbar übersehen und fuhr an der stehenden Kolonne rechts vorbei. Gleichzeitig bog ein Panzer ebenfalls in die Strasse ein.

Dabei kam es zu einer heftigen Kollision zwischen dem Lieferwagen und dem Kampfpanzer. Der Lieferwagen überschlug sich und kam auf dem Dach liegend zum Stillstand. Durch die Wucht des Aufpralls wurden der Lenker und die zwei Insassen des Lieferwagens verletzt. Sie mussten von einem Ambulanzteam ins Regionalspital Thusis eingeliefert werden. Am Lieferwagen entstand Totalschaden.

Europaweiter Schutz der Fledermäuse: Schweiz tritt EUROBATS-Abkommen bei

publiziert am 05.09.2012 auf der Website des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Bern, 05.09.2012 - Die Schweiz tritt dem Regionalabkommen zur Erhaltung der europäischen Fledermauspopulationen EUROBATS bei. Am 5. September 2012 hat der Bundesrat einen entsprechenden Antrag gutgeheissen. Aufgrund ihrer Lage im Zentrum Europas kann die Schweiz massgebend zu einem koordinierten Schutz dieser fliegenden Säuger beitragen.

Der Schutz der 29 in der Schweiz vorkommenden Fledermausarten stärkt auch die koordinierten Bemühungen auf europäischer Ebene. So kann die Schweiz beispielsweise zum Kampf gegen die Ausbreitung des Pilzes Geomyces destructans beitragen, welcher das für Fledermäuse tödliche Weissnasen-Syndrom verursacht.

Das EUROBATS-Abkommen bezweckt den Schutz aller 52 in Europa vorkommenden Fledermausarten und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit. Es handelt sich dabei um ein Regionalabkommen der Bonner Konvention zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten. Die Schweiz ist bereits Vertragspartei eines anderen Regionalabkommens dieser Konvention, nämlich des Abkommens zur Erhaltung der afrikanisch-eurasischen wandernden Wasservögel (AEWA).